Lakonische Verse

Der Staat mache kunstfähig,
schrieb ein neuerer Dichter.
Betrachten wir aber Terpander,
der aus Gesang Gesetz werden ließ,
und sehen wir Thaletos, dessen Verse
hehre Verfassungsgebung ins Werk setzten,
so ist es wohl eher die Kunst,
die staatsfähig macht.

Auch schrieb er, übergehen in die Kunst,
das kann die Macht nie. – Und ob!
Mahner des Staates und der Kampfgefährten,
Tyrtaios, Stolz der Schlachtordnung
und Sänger spartanischer Sendung,
hat es auf zweifache Weise bezeugt:
Nicht nur nimmt Macht in Kunst Gestalt an,
auch Kunst verwandelt sich in Macht.

Immer wieder die Grenzen abstecken und überwachen,
das ist wohl eines der Mysterien der Macht“ (G. Benn, Dorische Welt)

Weshalb ich zu vollbringen vermag,
was ich ins Werk setze?

Weil alles in meinem Leben mich auf diese Zeit
und auf mein Schaffen vorbereitet hat.