wir – das volk

dann aber setzen sich menschen in marsch.
in ihnen brennt eine helle flamme,
und sie werden sagen:

fragt nicht, was das land für euch tut,
und tut euch das land nicht an.
greift ein, wo der staat sich zuerst dient,
und diesem staat dient euch nicht an.
stellt klar, was wirklich zur wahl steht,
von nun an ist kampf programm,

denn der staat ist es nicht, der den plan hat,
und es braucht auch kein amt, das die macht hat.
gewalt, die uns frei macht, ist widerstandsrecht.

© Boris Preckwitz 2011
Dieses Gedicht erschien erstmals im Sommer 2011 in einem Poetry-Forum. Erstabdruck im Gedichtzyklus „wahnpalast“ von 2012.
Der Titel ist abgeleitet von den Deklarationen bürgerlicher Revolutionen:  „We the People“ (1787) und „Wir sind das Volk“ (1989).
Linke, die dieses Gedicht zunächst im eigenen Horizont verorteten, waren 2016 sehr überrascht zu erfahren, dass sich darin ein konservativer Widerstandsgedanke artikulierte. Man wird daher dieses Gedicht als ein paradigmatisches Zeugnis für die gesellschaftliche Entwicklung des 21. Jahrhunderts lesen dürfen. (B.P. 6.4.2016)