Sozen-Song

Sie spielten aller Welt den Pazifisten,
da brauchten Zar und Kaiser Geld für Krieg.
Um Arbeiter zum Abschuss aufzurüsten,
gewährten sie Kredit.

Sie standen stramm als deutsche Demokraten,
als Hitler antrat, duckten sie sich feig,
die Juden der Partei wurden verraten,
und weit und breit kein Streik.

Ein deutscher Herbst – die RAF und Radikale,
Willi und Helmut standen ihren Mann.
Danach war Stand, dass ein für alle Male
nur Kohl noch Kanzler kann.

Die Mauer sank, schon schwangen Einheitsglocken,
da ritt ein Saarmarxist die Altpartei
ins Abendrot. Das Knäuel rote Socken
war ihm dann zweierlei.

Basta! Harzte ein Schrödergerd am Stumpen,
in Belgrad brannten sich die Bomben ein.
Lass jucken, Joschka! Den Athener Krumpen
schenkste´n Euro-Schein.

Und jetzt im Klartext: Kann mal einer sagen,
wohin der Sozenprökel sich versteigt?
Warum in allen deutschen Schicksalsfragen
die Linke stets vergeigt?

Am Sonntag, wählt die nicht mal jeder Fünfte,
warum auch? Politik für Schleuserbanden?
Genossen, Brüder aller Unvernünfte,
noch immer nicht verstanden?

Wenn Rechts gefragt ist, stolpert ihr zur Linken,
ist links gefragt, nach rechts. Und der Geschicht´
Moral sagt: rückwarts fahren und vorwärts blinken
zieht auch in Zukunft nicht.

 

© Boris Preckwitz 2014