Militanz der Mitte I – III

I

Ich will
die Militanz der Mitte !
Ich will
die Starken meines Landes,

und ihren Schneid
und ihre Bereitschaft,
Gesicht zu zeigen, denn Gesicht
kann man nur als das eigene zeigen.

Das ist der Kampfgeist
des guten Menschenverstandes,
denn er ist der Geist des gesunden Sachverstandes.

Dies gilt es: richtiges Handeln
entsteht aus dem Anstand rechter Gesittung
und nicht
aus dem Aufstand linker Gesinnung.

Die streitbereite Mitte will ich,
und ihre stiftende,
sinnerfrischende Strenge der Werte.


II

Ich bin die Sprache,
die man in diesem Land
verlernt hat zu sprechen,
und gebe mich als Stimme seiner Freiheit
zu verstehen.

Durch viele Städte bin ich gegangen
und habe gesehen:
Straßen, nicht mehr der Landessprache fähig,
in denen dieses Land sich nicht mehr als Land erkennt.
Das sind die Straßen der Fremdung
in denen das Land
selbst sein Gedankenversagen
schon nicht mehr erfasst.

Ich aber habe nicht vor, mit diesem Land zu zerfallen.

Und dasselbe rate ich euch.
Denn Streitbarkeit
die einzige Angemessenheit
für diese Zeit.

Und sie spricht die Sprache,
die jetzt verstanden werden muss.


III

In den Tagen des Haders
habe ich verachten gelernt,
die Anmaßungen der Landeshasser –
und habe das Linkspack gelernt zu verlachen,
das sich hat pressen lassen
in Argseligkeit und Selbstablehnung,
und kennen nichts anderes mehr als die Sprache der Niedertracht.

Mit denen treibe ich Spass und die gebe ich meinem Spott preis,
deren ganze Verfassung die Angst ist.
Also richte ich gegen sie meine Maßregelung,
denn die Stimme des Zurechtweisens
ist immer die Stimme der untrüglichen Ahnung,
die man Verdacht nennt,
und der begründeten Auffassung,
die man Verstand nennt.

Und keiner ihrer Sätze soll unwidersprochen bleiben,
und die Scheinhaftigkeit ihrer Sprache nicht, und ihre Falschheit
soll niemals unwiderlegt bleiben.

Denn das ist die Krankheit
der linken Gedankenverranntheit,
den Mangel an Selbst
dem Land zum Schaden werden zu lassen.

Ich meine:
Wer nicht im Reinen mit sich selbst ist,
der kommt mit keinem Land der Welt ins Reine.
Und wer sein Heil nicht in sich selber findet,
wird an keiner Gesellschaft der Welt heil.

Und das ist der eine Satz,
der das Urteil über sie fällt:

Man regiert einen Staat nicht
als ob einem fremd sei das eigene Land.

(…)

© Boris Preckwitz 2015