milicia contra la malicia (# Gracián)

»Eben dies ist nach meiner Auffassung der Hauptgrund für sein Verderben und seinen totalen Untergang«, beharrte Critilo. »Je mehr Potentaten, desto mehr Köpfe; je mehr Köpfe, desto mehr Narretei; je mehr Narretei, desto mehr Streiterei; und wie schon Horaz sagte, was die Fürsten Tolles treiben, müssen die Vasallen leiden.« *

Wer mit eisernen Zeitaltern hadert, hat noch keine bleiernen Zeiten erlebt. Zeiten in Zwist und Streit – wie wir sie erwarten: Zeiten der Wirren, verleitet von Gesinnungsirren. Zeiten der Finsterlinken und christelnden Irrwische. Irrlichternde Gewissensspinner, wo alles mehr Sinn macht als falsches Gewissen. Gelegentlich hilft es, sich auszusetzen dem Gift des Widersinns, um sich zu üben im Gebrauch des Gegengifts. Gelegentlich an der inneren Bitterkeit schmecken, als wäre es das Blut der eigenen Zunge. Aber schließlich – wenn es darum geht, die Seinen und das Eigene zu schützen, muss man den Krieg führen. Besser, als zum Friedensalter zu marschieren, ist es, sich der Priesterschaft der Salier anzuschließen. Der Wagen des Mars kommt schneller zum Ziel als die Trage der Pazifexe.

 

* Baltasar Gracián, El Criticón. Teil III, 3. Krisis. »Rückblick auf Deutschland und die Deutschen«. Zit. n. »Das Kritikon«, Zürich 2001, S. 661