Rozalia Luksenburg

Eine Jüdin aus Polen.
Vorkämpferin deutscher Arbeiter,
versuchte sich Einheitsparteidichter Brecht
an sozialistischer Seligspreche.
Tatsächlich, scheinverehelicht
die Staatsbürgerschaft im Reich
erschlichen, beehrte sie Freund und Feind
mit klassenkämpferischem Gekeife, Genossen
vom F.-Lassallschen-Gedächtnisverein
nannten sie Giftnudel, sie
keilte zurück gegen die Judasse.
Zuwider war der Galizierin, dass Ukrainer
und Polen sich anschickten, freie Staaten zu gründen.
Selbst den Bolschewiki schickte sie
noch eine Verwünschung in den Smolny –
sie irrte… sie irrte… sie irrte, bestückte Lenin
das Magazin
zum späteren Abschuss der Luksenburgisten.
Im absichtlichen Sinne ist
ihr missverstandener Satz
über die Freiheit der Andersdenkenden zu lesen,
denn diese Freiheit meinte Rosa lediglich
als Freiheit der marxistisch Denkenden.
Den gewaltigsten Bürgerkrieg forderte sie
für die Gewaltherrschaft des Proletariats,
Todfeinde die Sozialdemokraten, ein Popanz
und Kretinismus das Parlament. Jawohl: Diktatur!
Dann Machtergreifung, Endsieg, Enteignung, weg
mit den Bürgerrechen. Sogar als die Arbeiter
vom Massenstreik nichts wissen wollten: Alle Macht den Räten,
dem Feinde Daumen aufs Auge und Knie auf die Brust!
Später am Tage, abseits von Urteil und Recht
beendete ein Kolbenhieb an den Kopf
ihr Schreien nach Staatsstreich.