Sommerinterview mit Zielperson

Was den Datenabfluss angehe, die Auffassung habe das Kanzleramt
aber schon immer vertreten, habe man wenig Belastbares gefunden,

und vertrete dies auch weiterhin. In Abwesenheit eines eigenen
Bewegungsprofils sei ohnehin keine unmittelbare Gefahrenlage erkennbar.

So hätten sich entsprechende Verdachtsanhaltspunkte wie erwartet
im Gespräch mit den Freunden als allesamt unbegründet heraus gestellt.

Wie die Freunde ebenfalls bestätigt hätte, seien selbst Satelliten
und Seekabel sicher verschlüsselt. Dass irgendwelche Metadaten sich hier

und da selbstständig machten, habe nach Kenntnisstand des Kanzleramts
jedenfalls nichts mit Anzapfen oder sonstigem Verzapfen im Neuland zu

tun. Immerhin rede man ja wohl von Zettybytes oder Yottybytes, selbst
wenn, das hätten alle bestätigt, Fangschaltung sei Technik von gestern.

Ja doch, natürlich sei man offen für Meldungen auf Schadsysteme
und Schwarznetze, was das sei, darüber werde man sich beizeiten bei

den Freunden kundig machen. Ähnliche Anfragen habe man ja schon in
der Vergangenheit gestellt, bei den derzeitigen Übertragungsraten (oder

sei jetzt der Datendurchsatz gemeint) sei mit einer schnellen Antwort bis
morgen oder übermorgen sicherlich nicht zu rechnen. Ganz und gar haltlos

stelle sich also der Vorwurf dar, das Kanzleramt sei selbst nur ein Alias
für einen Mittelsmannangriff. Als würden nicht die Haushalte sowieso

über so Smartfernsprecher und Rechner ausgespäht werden können,
eben, wer so etwas sage, glaube wohl gar, die ganze Welt sei verwanzt.