Hoheitszeichen

„Ein iegelich rich, daz in yme selbir zurdeilit ist, daz wird zurstorit; wan sine fursten sint wordin der diebe gesellin.“ Goldene Bulle, Prefac. Nürnberger Gesetzbuch

Herzschild deckt Schildmitte. Der Wappenrede Kunst ist die Heraldik, bekennt der Heralt. Kenne die Nennungen und nenne die Kennzeichen, denn aller Wappnung Anfang ist die Waffenrede. Ist Zeit, ruft der Heerwalter, die Tartsche zu nehmen, nicht Zeit um Zweifel zu hegen. Zeit des Eifers. Zeit des Verteidigers. Still zu leiden nicht, sondern das Wort zu ergreifen. Sich bescheiden nicht, sondern eintreten für die Hoheit der Deutung. Nenne das Lohehorn, nenne den Feuerstahl nach Art des Blason. Habe: Stolz auf die Hoheitszeichen in der Stunde des Jubels und Trost an den Hoheitszeichen in der Stunde der Not. Zeichen an Zeichen setzt Hoheit ins Bild. Nenne Prachtstück (herrliches Wort), nenne Kleinod, Reichsapfel, nenne den Adler mit Goldbewehrung. Fachsprache von Jahrhunderten führt ihre herrlichen Worte ins Feld. Ich nenne, ruft der Heriowald, den Wahlspruch: Meine Sprache ist Hoheitsgebiet! Nenne und stimme ein in das Feldgeschrei. Hoheitsgewalt.

Sexismus nach Judith Butler

Variationen auf einen Aushang
am Lehrstuhl für Unsinnsforschung
der HU-Berlin

Femininum:    Doktorin
Statischer _strich:    Doktor_in
x-Form:    Doktox
*-Form I:    Dokto*

Dynamischer _strich:     Dok_torin
*-Form II:     Doktor*in
Cyber-Form:     iDocx
Bitch-Form:     She-Dog

Wortstamm-_strich:     Dokt_orin
Schizo*-Form:     *>I_n/

Werft den Islam. Ektenie der Freiheit

Dem Glockenton des Romanos Melodos –
werft den Islam.
Dem neuen Rom und dem brausenden Feuer der Dromonen –
werft den Islam.

Werft den Islam
auf sich selbst zurück.
Verweist den Islam an seine abgeschlagenen Staaten,
dann erst wird er sein Versagen begreifen,
wenn er als Ganzes an sich gescheitert ist.
Weist den Islam zurück an seine Feindseligkeit,
und weil er weit in unser Land hinein
das Christsein verfolgt – verwerft den Islam.

Den Sweben und Goten von Covadonga – werft den Islam.
Den Franken von Tours und Toulouse – werft den Islam.

Verweist den Islam auf sein Unheil
und das Ausmaß des Unglücks, das er verbreitet.
Und weist den Islam zurück auf seine Übergriffigkeit,
die nicht vereinbar ist mit Menschenwürde,
weil er den Eigenwert des Einzelnen bestreitet.
Freiheit klagt er ein, um Freiheit Anderen zu verweigern,
und weil er Unrecht umsetzt, um sich an Menschenrecht zu vergreifen –
verwerft den Islam.

Den Nordmannen von Sizilien – werft den Islam.
Den Portucalensern von Ourique – werft den Islam.

Weist den Islam zurück
auf seine selbst verschuldete Unmündigkeit,
deren Freiheitsbeschneidung sich zeigt in Schrift, Schwert und Schleier.
Weist die Verneinung zurück, die ihn umtreibt,
und treibt ihn zurück in die Wüste des Selbstmitleids,
weil seine Wehleidigkeit ein Wüten darüber ist,
vom eigenen Scheitern nicht lassen zu können –
verwerft den Islam.

Den Opfern von Manzikert – werft den Islam.
Den Opfern von Hattin – werft den Islam.

Verweist den Islam zurück
an seine Einflüsterungen und Einschüchterungen,
mit denen er Gefügigkeit betreibt.
Begreift doch: ihr werdet die Massen auf seinen Straßen
mit Vernunft nicht erreichen! Selbst eure Freiheit
vermag keine Einsicht in ihm zu erzeugen.
Und weil er nicht mehr in seinen Reihen hält
als Gleichschaltung und Gewalt – verwerft den Islam.

Dem Kreuz der Könige von Navas de Tolosa – werft den Islam.
Den Truppen der Rus von Kulikowo Polje – werft den Islam.

Verwerft den Islam!
Verwahrt euch gegen seinen Wahn
aus Weltkalifat und Weltuntergang.
Verwehrt dem Islam den Zugang in euer Land,
verwahrt eure Stadt vor seinen Hassimamen,
die Religion als Rekrutierung hetzen.
Werft ihn zurück auf seinen schwarzen Stein
und weil er der schleichende Kleinkrieg ist – verwerft den Islam.

Dem vergossenen Purpur von St. Romanos – werft den Islam.
Den Toten von Nikopol, Kosovo, Mohacs – werft den Islam.

Verweist den Islam auf seine Fehlleistungen,
auf seine fehlende Belesenheit, seine Greuel und Geistesknebel.
Verwerft den Islam, denn er ist ein Werk der Verfehlung.
Werft ihn zurück auf sein Zerbrechen von Menschen,
auf seine Seelenmorde und Lebendverbrennungen,
auf sein Halsabschneiden und seine Saat des Schreckens,
Damit nicht euer Erdteil wie seine Staaten scheitert –
verwerft den Islam.

Dem Rammsporn von Malta – werft den Islam.
Der Heiligen Liga im Golf von Lepanto – werft den Islam.

Verwahrt euch gegen jene unter euch,
die den Islam willkommnen, denn der Antichrist rüstet sich
mit dem Peacegedöns eurer Kirchen. Wehrt ab
seine Sympathisanten, denn er ist ein Gift
das jede Gesellschaft zersetzt. Werft zurück
den Islam und die Seinen, die sich in Bewegung setzen,
weil sonst eure Kinder nicht mehr in Frieden und eure Enkel
nicht mehr in Freiheit leben werden.

Den Nationen der Deutschen und Polen von Wien – werft den Islam.
Dem Doppeladler von Cesme und Schipka – werft den Islam.

Verweist den Islam an seine Gottesferne,
denn er ist Menschen Werk,
nicht Werk eines Geistes der Güte.
Ewiges sieht nicht vor: Unterwerfung
des Menschen, sondern die Selbstfindung der Seele.
Weist den Islam zurück auf sein Elend und sein Ergriffensein vom Terror,
denn er ist Sekte gewordenes Seelenleiden
der Gestörtheit seines Gründers wegen – verwerft den Islam.

Auf ihn selbst zurück
werft den Islam.

Sachsenlande. Schlaflose Nacht

Das Prasseln des Regens. Manchmal
eher ein Atmen, zwischen Traum
und Wachtraum, anders als das schlagartige
Gewahrwerden jetzt von Gefahr.

Die Wasserburg in den Feldern war vor uns,
die Wehrkirchen in den Dörfern, das Westwerk
im österlichen Gegenlicht über dem Heer
der Giebel. Und Freiheit liebende Vorfahren.

Regenfälle, Wälder, das Himmelszelt
werden noch nach uns währen, aber
unser Menschenschlag wird nur bestehen,
wenn wir den Kampf aufnehmen.