Merkel. Aus Freude am Scheitern

Was sie doch sehr irritiere,
diktierte die Kanzlermadame Seite Eins
es weide, wer sie kritisiere,
sich wohl an der Freude am Scheitern.

Wahrscheinlich muss man es so betrachten:
Dass alles, was sie in Gang bringt,
das denkbar größte Unheil verursacht,
beschreibt ihre Lust am Gelingen.

 

(Auf einen Bericht der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung von 22.5.2016)

Flügelboten ( # Görres vs. # Gentz )

(Editorischer Hinweis: Willkommen in einer „Dombauhütte der Dichtung“. Während die anderen Gedichte dieses Blogs fest stehen, handelt es sich bei dem hier entstehenden Text um ein Konzept-Poem in statu nascendi. Thema sind die Positionen deutscher konservativer Denker in der Revolutionsepoche 1789-1848. Das Poem wird sich in den nächsten Monaten/Jahren entwickeln und immer wieder verändern. Lesen Sie gerne die Vorstufen – und natürlich die früheren und zukünftigen Gedichte dieses Blogs.)

(…)

1. Terror
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2. Jahr 1800
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3. Usurpator
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4. Kriegsmanifeste
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5. Rheinischer Bote
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6. Karlsbad
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7. Dom für Deutschland
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Witwe, Deutschland

Fremdes Volk. Menschenknäuel auf den Bahnhofsplätzen. Fremdes Volk auf den Knäueln der Rolltreppen, in den Fußgängerzonen nur noch. Menschenknäuel an den Bänken der Parks. Maschinen zerknäueln Bäume, um fremdes Volk anzuwurzeln. Fremdes Volk, für das es keine Beschäftigung gibt, weil die Betriebe in ferne Länder ziehen. Sag mir, wo die Deutschen sind. Verrostete Gleisknäuel. Taubenknäuel. Die Arbeit der Deutschen flattert als Geldscheinknäuel auf fremdes Volk. Männerknäuel um die Mädchen. Blüten, die der Wind davon trägt. Maschinen schieben Büsche zu Knäueln. Fremdes Volk an Haltestellen und Häusereingängen. Satzknäuel. Knäuelsprache. Sendezeit für fremdes Volk. Sie geht nicht mehr oft aus dem Haus.

Die Eunomia-Elegie ( # Solon )

„Die Rechtende nenne ich
Dich, Δίκη,
bekenne ich, als Rechtende und Richtende,
die schweigend,
was sich ereignet und ereignet hat, bezeugt
und wahrlich zur rechten Zeit erscheint, Vergeltung bereitend.“

So, gleich vereidigen sie ihn,
zum Schlichter, unseren Mann.
Ein Jahr hat er Zeit im Amt des Archonten,
sollen Adel und Arme solange
ruhig Angst voreinander haben! Unser Mann aus der Mitte –
als wäre er selbst ein Weihgeschenk der Athene! Weihe heiligt den Zweck.
Wetten, im Bauch des Gauls,
verbeißt sich sein innerer Odysseus das Lachen! Die Ilias weiß,
wie der Listige die Waffen des Achilles sich anschwatzte.

Solon! Tausendsassa!
Wer füllt denn die Kasse des Staates?
Weder der Reichen Raffsucht – noch die Schleicher der Gleichmacherei!
Wer stellt denn die Krieger im Kampf?
Hier soll auch nicht einwandern, wer kein Gewerbe beherrscht.
Die innere Gefahr gilt es zu bannen, sagt er,
will man nicht Fremden zur Beute fallen.

„… θυμὸς…
με κελεύει…“

Wisst ihr noch,
wie er sich ausgab als Herold aus Salamis?
Und wir auf sein Mahnen die Waffen nahmen und die Insel des Ajax gewannen?
Was zu sagen bei Strafe untersagt war, das
tat er, der Kunst sei Dank! Schlag nach im Schiffskatalog!

Seine Gedichte, heißt es,
spricht er zuerst sich selbst in den Bart, er probt sie
im Vortrag beim Gastmahl – und mit Versen, die keinen mehr loslassen,
(Dann eben Hesiod, ich kenne doch meinen Homer.)
betreibt er auf dem Markt Politik!
Nehmt ihn beim Wort,
Kampfgesang meint bei ihm etwas anderes als in der Großen Rhetra,
die Rechtsprechung und die Gewalten des Staates
will er verfassen…
zu unser aller Verantwortung, und überantworten
den Körperschaften des Volkes, für sich selbst
strebe er keine Macht an.
Nehmt ihn beim Wort!

Nehmt beim Wort,
was er Wohlordnung nennt!

 

( Ausgehend von dem betreffenden Gedicht des Gesetzgebers und Dichters Solon, mit dem vor 2600 Jahren die Ideen der Rechtsstaatlichkeit und Verfassungsordnung in Athen Einzug hielten. Solons Elegie, ein politisches Gedicht, ist das Gründungsdokument der abendländischen Zivilisation und ihrer kulturellen Wertegemeinschaft. )