angst wählt grün

das also
die grüne geschäftsgrundlage: angst.
entstanden aus bangen
haben die kader der angstzwanghaften
das angstmachen
zu ihrer sache gemacht.

das also die angstanpasser:
gefangen im zwanghaften harren
zwischen angstscham und schamangst,
immer in angst keinen anklang zu finden,
immer in angst keinen anhang zu bilden,
das also die schwarze katechetik der angstkanzelredner.

und immer in angst, dass die eigene wahnblase platzt.
immer in angst, dass eigene schreckhaftigkeit
sich nicht zur angstverhaftung verdichtet,
weil angst davor,
die eigene willkommenskulturitis
als opentheborderline entpredigt zu bekommen,
als angst, dass sich nicht genug angstgetriebene finden,
um angst für die verängstigungszunft zu verbreiten,
weil ahnung, dass ihre moral der angst
selbst auf verschlagenheit beruht,
und immer in angst, die eigenen schemata
wären zu wenig maladaptiv.

und die angst vor dem ende der selbstbeschädigung.
und die angst vor der einsicht, dass das helfersyndrom im eigenen seelenknäuel
selbst von der angst vor dem fremden durchwirkt ist. und angst davor,
sich den angreifer nicht mehr als introjekt einvernehmen zu können.

und des einen angst vor dem eigenen mannsein
ist der anderen angst vor dem eigenen frausein,
und die angst vor dem vatersein eines vaters und dem muttersein einer mutter
und immer wo weiblich gleich angst ist
wählt weiblich grün.

und angst davor, dass die altruistische abtretung
allein auf sich selbst gerichtete hilfsnötigung ist.

und die angst der abgehalfterten
vor dem staat und die angst, keinen platz in staatsdienst zu finden,
und die angst vor den staat und die angst, dass die staatskasse nicht mehr bereitsteht.
und die angst, sich selbst zu erhalten.
und angst vor dem alten schaden und
die angst keinen nachschub an schaden zu erhalten,
und die angst, dass die alten traumata zu abgearbeitet sind,
um noch als manifeste zu taugen,
und angst der breiten bündnisse und bündnisgrüneangst
vor dem eigenen vaterland, und angst
dass die heimat längst heil geworden sein könnte am eigenen selbstwert,
und die angst vor der anstrengung, die das erbe der ahnen bedeutet, und angst
dass sich schuldhaftigkeit für die eigene zeit als wahnhaft erweist.

und die angst vor dem falschen blatt im salat
und angst vor den falschen strahlen im blatt
und angst vor den falschen strahlen im all und
angst vor dem alten all und dem neuen all
und vor allem, vor allem angst!

und der angsthaftigen
angst vor dem eigenen herzschlag und
angst vor der eigenen anwesenheit und der eigenen abwesenheit und
angst vor dem wahnzustand und dem nachlassen des eigenen wahns
und angst davor, die eigene erwartungsangst
nicht immer auf neue sachen übertragen zu können
oder das gegenstandslose zum gegenstand herbei zu bangen.
und angst, dass die eigene wahrnehmung falsch ist,
und angst, die fehlwahrnehmungen nicht mehr verdrängen zu können,
und immer im wahn,
die menschen auf bangen abzurichten,

und wenn man fragt: was ihr wieder habt,
dann sagen sie: angst!

Falscher Kunstgriff

Dass wüsste er aber,
dass Zündeln unter Strafe stünde,
sagte der Hofnarr,
als er den Thron anzündete.

Im Sinn der Satire möge er sich
als freien Menschen sehen,
verkündeten die Richter
und schickten ihn hinter Gitter.

Grüne Parteikirche EKD

Da die Evangelische Kirche sich derzeit als penetrante Untertanin und unter Missbrauch von Steuergeldern in eine politische Partei verwandelt (4. Synode der EKBO), sei hier ausnahmsweise ein Fremdtext zitiert – gesungen bei der Herbstrevolution des Jahres 1989:

1.
Wach auf, wach auf, du deutsches Land! Du hast genug geschlafen, bedenk, was Gott an dich gewandt, wozu er dich erschaffen. Bedenk, was Gott dir hat gesandt und dir vertraut sein höchstes Pfand, drum magst du wohl aufwachen.

2.
Gott hat dich, Deutschland, hoch geehrt mit seinem Wort der Gnaden, ein großes Licht dir auch beschert und hat dich lassen laden zu seinem Reich, welchs ewig ist, dazu du denn geladen bist, will heilen deinen Schaden.

3.
Gott hat dir Christum, seinen Sohn, die Wahrheit und das Leben, sein liebes Evangelium aus lauter Gnad gegeben; denn Christus ist allein der Mann, der für der Welt Sünd gnug getan, kein Werk hilft sonst daneben.

6.
Von solcher Lügen falschem Schein hat Gott dein Herz getrennet. Durch Luther, den Propheten dein, ganz Deutschland solchs bekennet. Hat dich gezogen gnädiglich zu seinem Reich gar väterlich. wohl dem, der’s recht erkennet.

17.
Was vormals Unrecht, Sünd‘ und Schand‘, das tut man jetzt gut preisen. Was vormals Blei und Zinn genannt, das heißt man jetzt hart Eisen. All Ding‘ han sich so gar verkehrt. Unrecht hat sich sehr hoch gemehrt. Solch’s tut die Tat erweisen.

18.
Die Wahrheit wird jetzt unterdrückt, will niemand Wahrheit hören; die Lüge wird gar fein geschmückt, man hilft ihr oft mit Schwören; dadurch wird Gottes Wort veracht‘, die Wahrheit höhnisch auch verlacht, die Lüge tut man ehren.

22.
Wach auf, Deutschland, ‚s ist hohe Zeit, du wirst sonst übereilet, die Straf dir auf dem Halse leit, ob sich’s gleich jetzt verweilet. Fürwahr, die Axt ist angesetzt und auch zum Hieb sehr scharf gewetzt, was gilt’s, ob sie dein fehlet.

24.
Das helfe Gott uns allen gleich, daß wir von Sünden lassen, und führe uns zu seinem Reich, daß wir das Unrecht hassen. Herr Jesu Christe, hilf uns nu‘ und gib uns deinen Geist dazu, daß wir dein Warnung fassen.

Johann Walter (1496-1570), EG 145