Einhaltgebieter ( # Schmitt # Esposito)

Zu κατέχων: ich glaube an den Katechon; er ist für mich die einzige Möglichkeit, als Christ Geschichte zu verstehen und sinnvoll zu finden.“ (Carl Schmitt, Glossarium)

Der Tag des Herrn
steht in den Sternen. Vorerst
lehrt die Erfahrung, ganz in dem Geist,
der seine Stelle vertritt,
dass diese Erde, dieses Erdenleben
alles ist, was wir zu Zeiten erleben werden.

Deswegen, statt die Heilsversprecher
gewähren zu lassen,
setzt der Verwehrende Grenzen.
Besser ist es, die Endzeitverfechter
auf ihr Genichte zurück zu werfen.
Recht und Gesetz hingegen
zur hegenden Geltung zu bringen,
am meisten, dass gepfleget werde
der feste Buchstab. Und Bestehendes gut
gedeutet. Dem folgt deutscher Gesang.

So sehr wahrendes Wort,
das jeweils Einhalt gebietet dem Ungeist,
und ferner einschreitend
gegen den Menschen der Gesetzesfeindschaft:
der immer sich erhebt zum Zank,
getrieben von Haltlosigkeit und eigenem Hader,
der dazu sich versteigt, mit seinem Wahn
die Welt ins Wanken zu bringen.

Jeher hat Besseres
sich zu erwehren des Schlechten.
Wo aber das Rettendes vorherrscht,
ist die Gefahr schon vereitelt,
weil bessere Geisteshaltung
den Ausnahmezustand für sich entscheidet.

( Quellen: Paulus, 2. Thessalonicher, 2:6-7. Friedrich Hölderlin, Patmos. Carl Schmitt, Der Nomos der Erde. Paolo Virno, Anthropologie und Theorie der Institutionen. Roberto Esposito, Immunitas )

 

Die Freiheit der Rede erst recht

Die eines Menschen Worte
ausdrücklich mit Verbot bedrohen,
brauchen nicht heucheln, was er denn wolle,
man ließe ihn doch zu Wort kommen.

Die eines Menschen Rede
als nicht der Rede wert verfemen,
sollten nicht länger in Abrede stellen,
dass sie das Recht der  Redefreiheit verletzen.

Die eines Menschen Ausdrucksweise
schon in Gedanken mit Weisung belegen,
können dem Menschen nicht weis machen,
es würde ihm keine Meinung verordnet.

Die eines Menschen Sprache
anprangern, um sie ihm zu verschlagen,
werden daran versagen. Untersagtes
hat je sich zur Sprache gebracht.