Kaputtverschulden

Für solcherlei Kurzschluss,
den Knall aus dem eigenen Sicherungskasten
für einen Geistesblitz zu halten,
waren Sozen schon immer geschaffen.

Schluss mit Kaputtsparen,
jaulen die Zausel –
sind halt so, Kumpels der roten Zahlen,
was anderes schaffen die nicht

als Kaputtverschulden.

Jesus in jedem Menschen sehen

Klar, liebe Klerikale,
ich hab auch wieder Jesus gesehen.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus eine Kirche abfackelt.
Jesus erscheint mir jeden Tag.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus eine Schwester steinigt.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus schwarze Fahnen pflanzt.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus jüdische Stämme abschlachtet.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus eine Mädchenklasse schwängert.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus Kindern Sprengstoffwesten anlegt.
Hey klar, liebe Synodale!
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus brandneue Hasspredigten ins Netz lädt.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus Fassbomben auf ein Krankenhaus abwirft.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus das Massengrab mit der Planierraupt zuscharrt.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus im Baumarkt mit Sprengware durch die Kasse marschiert.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus meistbietend mitgeht für die Sechsjährige mit den blauen Augen.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus Gefangenen die Geister austreibt und ihre Herzen und Nieren handelt.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen,
wie Jesus die Flak auf den Pickup wuchtet und von der Ladefläche den Schwertvers des Heiligen Krieges anstimmt.

Hey klar, liebe Bischofskonferenz,
echt krasser Prophet, euer Jesus!
Ach was denn, das ist gar nicht Jesus?

– – – –
Gewidmet den Marxens, Bedford-Strohms, Woelkis, Käßmanns und allen sonstigen Islam-Appeasern.
Christus bitte ich um Verzeihung für die Vergleiche und für seine pharisäischen Seelsorger.

 

 

Unter christlichen Waffen ( # Erasmus )

Du wirst auch den Helm des Heiles finden und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist.“ *

Da ließ ihm der Geschützgießer verbriefen: Verehrter Erasmus, was ihr in Zeilen kleidet und ich in Eisen, ist eines Geistes. Streiter wir beide,  greifen wir der Bestimmung in die eichenen Speichen: Einer stemmt, damit das Rad nicht den Hang hinab geht, der andere schiebt, damit das Feuerstück in Bewegung kommt. Nicht, dass ich eure Zweifel nicht teilte. Zuviel Innehalten aber darf sich der christliche Ritter nicht leisten, sonst reiten ihm Tod und Teufel zur Seite. In euren eigenen Worten, gerade aus dem eigenen Inneren fällt uns die feindliche Schlachtreihe an. Warum singt kein Stimmchen mehr ein Kyrie in der Kirche der heiligen Weisheit? Wo die Christenheit die zweite Wange hinhält, schwingt sich der Antichrist auf. Wo sie sich nötigen lässt, die zweite Meile mitzugehen, endet ihr Weg. Wo sie den Mantel dem Rock hinterher wirft, verliert sie Land und Leben. Lasst es mich so unterscheiden: Der Dienst für Christus ist ein Dienst des Friedens – der Dienst für unsere Christen ist ein Wehrdienst. Ganz wie ihr schreibt, viel wünschenswerter ist es doch, unter dem Feldzeichen Christi zu kämpfen als unter dem Banner des Satans. Es gibt keine Pastoralmacht ohne den Kriegsmann der Kirche. Streitbarkeit ja – wenn auch sicherlich nicht um der Streitsucht willen. Der Eisenkocher, so dachtet ihr wohl, hat eine Anleitung zur Tugend verdient. Bedenkt aber folgendes: Wenn ich Kanonen gieße, dann deshalb, weil ich schon Glocken in Form goß. Eines lässt sich ins andere schmelzen: Kanonen zu Glocken, Glocken zu Kanonen, was immer Zeiten und Notwendigkeiten erfordern. Wer sich versteht aufs Mischen der Metalle, dem braucht ihr den Wert von Bildung nicht erklären. Ich folge euch in dem Wissen, dass es nötig ist, Wahrheit über sich selbst zu erhalten. Verstehe ich recht, geht es euch um die Selbsttechniken der Seele. Selbstkenntnis braucht, wer Menschenkenntnis anstrebt, Selbstführung braucht, wer Menschenführung pflegt, und Selbstbeherrschung braucht, wer Herrschaftswissen in die Tat setzt. Oder wie ihr Gelehrten wohl sagen würdet, keine Gouvernementalität ohne Selbstgovernanz. So wir also vom christlichen Soldaten sprechen, lasst es uns halten mit den Worten der salomonischen Weisheit: Er legt seinen Eifer als Rüstung an und gebraucht zur Bestrafung der Feinde die ganze Schöpfung als Waffe. Als Panzer legt er Gerechtigkeit an, als Helm setzt er ernstliches Recht auf. Heiligkeit ergreift er als unbezwingbaren Schild. Den grimmen Zorn schärft er zum Schwert. Das Handschwert, das ihr mir als Enchiridion eignetet, erwidere ich also von Herzen mit dem Fernschuss dieser Epistel. Damit wir auch weiterhin einander Verteidiger sein werden in der beiderseitigen Sache. In der Gnade unseres Herrn, der Liebe Gottes und der Gemeinschaft des heiligen Geistes. Mit den besten Empfehlungen, gegeben zu Mecheln im Jahre des Herren 1503.

* Erasmus von Rotterdam, „Enchiridion Militis Christiani (Handbuch eines christlichen Streiters)“, Darmstadt 1968, S. 93, Zitat in Anlehnung an Epheser 6:14-17

Psalm am Wahlsonntag

Groß an Zahl sind die falschen Prediger
und ihre Afterrede feiern sie allerorten.
Da glauben sie, Anspruch auf eure Stimme zu haben, doch ihre Abwahl steht schon als Zeichen am Himmel.
Eure Arbeit machen sie zunichte, enteignen die Früchte eures Fleißes, zehren auf, was sie selbst nicht erwirtschaften, und was sie erst haben, wird vergeudet und verschleudert.
Eure Heimat übereignen sie Fremdlingen, und setzen alles daran, dass ihr zu Fremden werdet im Land eurer Väter.
Seht die Selbstgefälligkeit der Pharisäer, noch geben sie schlechtes Werk als tugendhaft aus,
aber tatsächlich ist es Unrecht, verbrecherisch und ein großes Vergehen.
Darum gebt eure Stimme denen nicht mehr, die euch verleumden in ihren Kanzelreden,
und dem, der Lügen verbreitet, verleiht keine Macht mehr.
Wählt nicht das Schwinden des Lichtes und macht euch nicht gemein mit dem Obrigkeitsgeist, der aus schwarzen Talaren kriecht.
Widersteht ihren Anfeindungen!
Der Tag eurer Wahrheit kommt heute. Es ist der Wähler König seines Volkes!

Gewidmet den Oberpharisäern Markus Dröge und Reinhard Marx.