Militanz der Mitte I – III

I

Ich will
die Militanz der Mitte !
Ich will
die Starken meines Landes,

und ihren Schneid
und ihre Bereitschaft,
Gesicht zu zeigen, denn Gesicht
kann man nur als das eigene zeigen.

Das ist der Kampfgeist
des guten Menschenverstandes,
denn er ist der Geist des gesunden Sachverstandes.

Dies gilt es: richtiges Handeln
entsteht aus dem Anstand rechter Gesittung
und nicht
aus dem Aufstand linker Gesinnung.

Die streitbereite Mitte will ich,
und ihre stiftende,
sinnerfrischende Strenge der Werte.


II

Ich bin die Sprache,
die man in diesem Land
verlernt hat zu sprechen,
und gebe mich als Stimme seiner Freiheit
zu verstehen.

Durch viele Städte bin ich gegangen
und habe gesehen:
Straßen, nicht mehr der Landessprache fähig,
in denen dieses Land sich nicht mehr als Land erkennt.
Das sind die Straßen der Fremdung
in denen das Land
selbst sein Gedankenversagen
schon nicht mehr erfasst.

Ich aber habe nicht vor, mit diesem Land zu zerfallen.

Und dasselbe rate ich euch.
Denn Streitbarkeit
die einzige Angemessenheit
für diese Zeit.

Und sie spricht die Sprache,
die jetzt verstanden werden muss.


III

In den Tagen des Haders
habe ich verachten gelernt,
die Anmaßungen der Landeshasser –
und habe das Linkspack gelernt zu verlachen,
das sich hat pressen lassen
in Argseligkeit und Selbstablehnung,
und kennen nichts anderes mehr als die Sprache der Niedertracht.

Mit denen treibe ich Spass und die gebe ich meinem Spott preis,
deren ganze Verfassung die Angst ist.
Also richte ich gegen sie meine Maßregelung,
denn die Stimme des Zurechtweisens
ist immer die Stimme der untrüglichen Ahnung,
die man Verdacht nennt,
und der begründeten Auffassung,
die man Verstand nennt.

Und keiner ihrer Sätze soll unwidersprochen bleiben,
und die Scheinhaftigkeit ihrer Sprache nicht, und ihre Falschheit
soll niemals unwiderlegt bleiben.

Denn das ist die Krankheit
der linken Gedankenverranntheit,
den Mangel an Selbst
dem Land zum Schaden werden zu lassen.

Ich meine:
Wer nicht im Reinen mit sich selbst ist,
der kommt mit keinem Land der Welt ins Reine.
Und wer sein Heil nicht in sich selber findet,
wird an keiner Gesellschaft der Welt heil.

Und das ist der eine Satz,
der das Urteil über sie fällt:

Man regiert einen Staat nicht
als ob einem fremd sei das eigene Land.

(…)

© Boris Preckwitz 2015

wir – das volk

dann aber setzen sich menschen in marsch.
in ihnen brennt eine helle flamme,
und sie werden sagen:

fragt nicht, was das land für euch tut,
und tut euch das land nicht an.
greift ein, wo der staat sich zuerst dient,
und diesem staat dient euch nicht an.
stellt klar, was wirklich zur wahl steht,
von nun an ist kampf programm,

denn der staat ist es nicht, der den plan hat,
und es braucht auch kein amt, das die macht hat.
gewalt, die uns frei macht, ist widerstandsrecht.

© Boris Preckwitz 2011
Dieses Gedicht erschien erstmals im Sommer 2011 in einem Poetry-Forum. Erstabdruck im Gedichtzyklus „wahnpalast“ von 2012.
Der Titel ist abgeleitet von den Deklarationen bürgerlicher Revolutionen:  „We the People“ (1787) und „Wir sind das Volk“ (1989).
Linke, die dieses Gedicht zunächst im eigenen Horizont verorteten, waren 2016 sehr überrascht zu erfahren, dass sich darin ein konservativer Widerstandsgedanke artikulierte. Man wird daher dieses Gedicht als ein paradigmatisches Zeugnis für die gesellschaftliche Entwicklung des 21. Jahrhunderts lesen dürfen. (B.P. 6.4.2016)

Recht schaffen

Die Landfriedensbrüche der Grenzverletzer
sind zu ahnden.
Und die Rechtsbrüche derer, die in Mittäterschaft
das Unrechtmäßige einklagbar machen
und dem Verbrechen Verbleibsrecht verschaffen,
sind von der Rechtsprechung zu belangen
und haben die Strafe
auch zu erhalten.

Anderenfalls erkenne man
den Rechtsstaat nicht mehr an.

 

Man selbst bleiben (# Aristoteles)

Steht ein Land in guter Verfassung
und wird ihm nahe gelegt,
es solle sich ändern,
so kann die Veränderung nur
eine Veränderung zum Schlechteren sein:

schlechtere Bildung
schlechtere Löhne
schlechtere Arbeit
schlechteres Wissen
schlechteres Sprechen
schlechtere Presse
schlechterer Geldwert
schlechtere Städte
schlechtere Straßen
schlechteres Wohnen
schlechteres Volkswohl
schlechtere Grenzen
schlechtere Wehrpflicht
schlechtere Waffnung
schlechtere Einheit
schlechterer Rechtsschutz
schlechtere Freiheit
schlechte Verfassung.

Nicht der kleinste Anlass besteht
zu solchen Verschlechtänderungen.

Besser ist es,
ein gutes Land bleibt bei sich selbst.

 

 

SPD, beim Brunnenvergiften

Wir dürfen die Bedürfnisse der Bürger nicht
in den Wind schlagen – sagt wörtlich:
Wir pfeifen auf die Armleuchter im Schlafrock.

Wir werden die Bedenken der kleinen Leute
wieder ernst nehmen – lautet jetzt:
Sie sind eine Schande für Deutschland.

Wir wollen die Sorgen aus dem Volk nicht
übersehen – spricht sich nach dem Mund:
Alles nur braunes Brandstifterpack.

Wir kümmern uns um die Befürchtungen
der Menschen im Land – gefällt sich in:
Was kümmern die uns, die Wahnsinnigen.

 

Presselügner

Wer Teile der Wahrheit verschweigt, wer
schreibt dass etwas vorbei sei, das eben erst
am Anfang steht, wer Vermeintliches als
Beweis in den Mund schneidet, wer ferner
Parteilichkeit zur Meinung verschlagseitet,
wer falschen Eindruck erheischt, wer den
Anschein erweckt, nicht dabei gewesen zu
sein im Kreis der Schriftleiter, und danach
gehandelt zu haben, sei es vorauseilend oder
auf Weisung, wer seine Einflüsterer oder
Anteilseigner verschweigt, weiterhin seine
Beteiligung speichelnd vor Scheinheiligkeit
bestreitet, wer sich mit wohlfeilen Zeilen
gemein macht, wer seinen Beitrag bereits
bei der Dreharbeit als Verdreharbeit anlegt,
um die wahren Ereignisse zu verschleiern,
wer die Lüge einschleift, wer einpeitscht,
wer ihr Gegenteil als Gegner begreift, wer
sich in Bild und Schrift an der Wahrheit
vergreift, hat sich als Lügner zu begreifen.

Meineidsformel à la Merkel

Ich gelobe, meine Kraft
dem Schaden des deutschen Volkes
zu widmen, seine Verluste zu mehren,
Grenzen nicht länger zu schützen
und Übergriffe nicht mehr zu verhindern,
dazu Gesetze und Verträge zu verletzen,
weder Staatenrecht noch Rechtsstaat durchzusetzen,
der Unwahrheit nach bestem Ermessen zu dienen,
meine Pflichten zu vergessen
und keine Gerechtigkeit den Menschen
im Deutschland widerfahren zu lassen.
So wahr mir Europa helfe.


So gut, so übel

Und es mag am deutschen Wesen
Einmal noch die Welt genesen.“
(Emanuel Geibel, Deutschlands Beruf, 1861)

Jenen, die predigen,
Deutschland solle genesen
am Wesen der Welt, ist zu entgegnen,
dass auch Vermessenheit in Grün nicht bessert.

Wir sehen
das Gegenteil geschehen:

Deutschland wird elend
am Elend der Welt.

Vom Gang der Geschichte

Seit der Sozialismus verbreitet,
dass ein Gesetz der Geschichte
auf Seiten seiner Partei sei,
sind seine Staaten gescheitert.

Daraus sind Lehren zu ziehen:
Entweder kennt die Geschichte
jenes Gesetz nicht – oder es sieht
ihr Gesetz den Sozialismus nicht vor.

 

© Boris Preckwitz 2015

 

täterschutz

losgelassen aus ihren zellen und gummikabinen
ein schmieriges quotenfutter, per sofort-kontaktruf
herbei gescriptet aus den verliesen der paraphilie

und jedem talk das gefundene fressen, zu stunden
gedehnte sendesekunden in schalltoten räumen,
und fordern für perversionen ein recht auf respekt,

solang wie sie brauchen, ihre opfer zu finden, von
menschenähnlichkeit bleibt die höhnisch verzerrte
körperöffnung im werbeblock, fortsetzung folgt.

Die Laberalen

Wir haben verstanden, plappern die Laberalen, verstanden
die Watsche, die Wahlklatsche, labern die Knallchargen
von der Beletage des anstrengungslosen Wohlstands,
ab jetzt wird geliefert, triefen die Penner und Flenner
von fast-drei-Prozent, noh do, mir hebbet schoh verstoh,
schwätzet die Anderätschiewer vom liberalen Vollsortimenter,
die Abschlussblender und Anschlussverwender, auf jedem
Schiff, das sinkt und schlingert, gibt´s einen, der von
hinten fingert, drehen die Einhandsegler beim lustigen
Ministerversenken am Lautstärkeregler, ab jetzt aber
klare Kante, weg die Wärmestuben des Staates, her die
Fegefeuer des Marktes, vom blanken Kapitalismus
muss uns das Diktat der Banken abheben, inserieren
die Besserverdiener im Sinne der Besserselbstbediener,
schließlich ist jedes Gesetz darauf zu prüfen, ob es dem
Prüfer den Wechsel in die freie Wirtschaft eröffnet, weiß
die Gemeinschaft der Freiträumer und Föhnschäumer,
um gleich mal zu unterscheiden zwischen sollen müssen
und können können, hamwa allet vastandn, gleich mal
Blond auf die Landesliste der Herrenwitze, eben, lieber
bekifft ficken als besoffen fahren, und unbedingt pink.

bunte vielfalt des verbrechens

frauenhandel      aus      der       vielfalt
drogenhandel      aus      der      vielfalt
falschaussage        aus     der     vielfalt
ladendiebstahl       aus      der    vielfalt
vergewaltigung       aus     der    vielfalt
strafvereitelung        aus    der   vielfalt
freiheitsberaubung    aus  der   vielfalt
urkundenfälschung   aus  der   vielfalt
wohnungseinbruch   aus   der  vielfalt
brandstiftung aus der vielfalt
raub aus der vielfalt
tot schlag
aus der
viel
f
a
l
t
e
h
r
e
n
mord
aus der vielfalt
hehlerei aus der vielfalt
geldwäsche  aus  der  vielfalt
körperverletzung  aus  der  vielfalt
fahrerflucht      aus        der         vielfalt
waffenbesitz        aus       der        vielfalt
rechtsbeugung      aus      der       vielfalt
schleuserbanden    aus      der     vielfalt
landfriedensbruch    aus    der    vielfalt
zeugenbelästigung     aus    der   vielfalt
kindesmisshandlung   aus  der   vielfalt
schutzgelderpressung  aus  der  vielfalt
organisiertes verbrechen aus der vielfalt

Sommerinterview mit Zielperson

Was den Datenabfluss angehe, die Auffassung habe das Kanzleramt
aber schon immer vertreten, habe man wenig Belastbares gefunden,

und vertrete dies auch weiterhin. In Abwesenheit eines eigenen
Bewegungsprofils sei ohnehin keine unmittelbare Gefahrenlage erkennbar.

So hätten sich entsprechende Verdachtsanhaltspunkte wie erwartet
im Gespräch mit den Freunden als allesamt unbegründet heraus gestellt.

Wie die Freunde ebenfalls bestätigt hätte, seien selbst Satelliten
und Seekabel sicher verschlüsselt. Dass irgendwelche Metadaten sich hier

und da selbstständig machten, habe nach Kenntnisstand des Kanzleramts
jedenfalls nichts mit Anzapfen oder sonstigem Verzapfen im Neuland zu

tun. Immerhin rede man ja wohl von Zettybytes oder Yottybytes, selbst
wenn, das hätten alle bestätigt, Fangschaltung sei Technik von gestern.

Ja doch, natürlich sei man offen für Meldungen auf Schadsysteme
und Schwarznetze, was das sei, darüber werde man sich beizeiten bei

den Freunden kundig machen. Ähnliche Anfragen habe man ja schon in
der Vergangenheit gestellt, bei den derzeitigen Übertragungsraten (oder

sei jetzt der Datendurchsatz gemeint) sei mit einer schnellen Antwort bis
morgen oder übermorgen sicherlich nicht zu rechnen. Ganz und gar haltlos

stelle sich also der Vorwurf dar, das Kanzleramt sei selbst nur ein Alias
für einen Mittelsmannangriff. Als würden nicht die Haushalte sowieso

über so Smartfernsprecher und Rechner ausgespäht werden können,
eben, wer so etwas sage, glaube wohl gar, die ganze Welt sei verwanzt.

 

 

Militanz der Mitte IV

Am Vorabend stehen wir, wissend:
Zu geben ist nichts mehr auf all die Beschwichtigungen,
die falschen Vorhersagen, falschen Versprechen
in Jahren und Jahrzehnten der Lüge.  

Wer hat sich denn Wohlstand
                           zu Macht gemünzt?
Was habt denn ihr davon,
wenn der Staat wieder Zahlen druckt, 
                                    damit Banken an die Habenden verteilen?

Was für ein Wohlstandsversprechen ist es, 
wenn eure Habseligkeit
                      am Ende des Tages
                                       nur noch halb so viel wert ist!
Das wollen sie, das Land euch entwenden,
                                        euch das Land aus den Händen winden.
Denn es ist eure Zukunft, 
und die eurer Kinder,
                     die sie abschaffen
                                       für die Habenden von heute.
Das ist ihr Ziel,
dass ihr in Zweifel zieht
euren Widerstandsgeist, 
                       und dass ihr euch nicht mehr versteht
                           auf die Tugend des Ungehorsams.
Und darum 
erhebe ich meine Stimme mit euch,
                                 die ihr den Wert harter Arbeit kennt,
ihr, denen seit Jahr und Tag bekannt ist: 
Euer Lebtag wird
                nichts anderes mehr sein
                                        als ein einziger Kampf -
gebt in Geschlossenheit
einen Teil eurer Zeit
der Zukunft von Heimat und Land.

Die Stimmen der Mitte

Es reicht nicht, die Welt zu kennen –
denn eine Partei dieses Landes
hat die Menschen zu kennen.

Es langt nicht, Europa zu wollen –
denn eine Partei dieses Landes
hat Heimat zu wollen.

Es ist nicht getan, Kanzler zu können –
denn eine Kanzlerschaft dieses Landes
hat Deutschland zu können.

 

 

diktaturen

der erste sprengt wahlen mit waffen
der zweite dient blind der partei
der dritte sieht nur seine arbeit
der vierte besichtigt die lager
der fünfte beschießt seine bürger
der sechste wechselt den namen
der siebte sagt so waren die befehle
der achte kann sich nicht erinnern
der neunte führt wieder den vorsitz
der zehnte predigt wir werden das schaffen

 

Sozen-Song

Sie machten aller Welt auf Pazifisten,
da brauchten Zar und Kaiser Geld für Krieg.
Um Arbeiter zum Abschuss aufzurüsten,
gewährten sie Kredit.

Sie standen stramm als deutsche Demokraten,
als Hitler antrat, duckten sie sich feig,
die Juden der Partei wurden verraten,
und niemand trat in Streik.

Ein deutscher Herbst – die RAF und Radikale,
Willi und Helmut standen ihren Mann.
Danach war Stand, dass ein für alle Male
nur Kohl noch Kanzler kann.

Die Mauer fiel, schon klangen Einheitsglocken,
da ritt ein Linksnapoleon die Partei:
ein Waterloo für seine roten Socken –
war ihm doch zweierlei.

Basta! Harzte Brioni-Blair am Stumpen,
in Belgrad brannten sich die Bomben ein.
Lass jucken, Joschka! Den Athener Lumpen
pump mal nen Euro-Schein.

Am Sonntag, wählt euch nicht mal jeder Vierte,
und ihr winkt durch wie eine Schlepperbande…
es führt dahin, wohin es immer führte…
seid ihr noch bei Verstand?

Und jetzt mal Klartext: Kann mal einer sagen,
warum versagt die Linke so gehäuft,
warum in allen deutschen Schicksalsfragen
der Soze irre läuft?

Wenn Rechts gefragt ist, stolpern sie zur Linken,
ist links gefragt, nach rechts. Und der Geschicht
Moral sagt: rückwarts fahren und vorwärts blinken
wird auch in Zukunft nichts.

© Boris Preckwitz 2014

Finsterlinke – Hass spricht links

HASS wie noch nie! Schrillt die Singschar der Linken,
SchwarzRotGold wird abgebrannt trillern Finsterlinge
von der Saar bis an die Neiße Bomben drauf und weg die
Scheiße singen die Sinistren vom Linksblock die Praxis
kriegt den letzten Schliff – Antifa heißt Luftangriff nie nie
nie wieder Deutschland klingen die Linkspimpfe – sterbt
sterbt, sterbt endlich aus bilden bekiffte Kinder auf Wink
von Altfinsterlinken die neuen Zellen des Eliminierens,
eure Kinder werden so wie wir eure Kinder werden alle
queer skandieren die Intersinistren Grenzen auf überall
bringt Europa jetzt zu Fall – dringt es ringsher aus der
Finsternis von Refugermany  Zwangsvergewaltigungen
gellen Internetlinks aus Liebe zum Volkstod und Feuer
und Flamme – Alerta Alerta – Deutschland in den Rücken
fallen zischt züngelt und zingelt die Finsterlinkspresse,
ob Ost, ob West nieder mit der Christenpest, jubiliert
die Sekte sinistrer Anarchisten zur Kirchenverfinsterung:
HASS HASS HASS – wir haben euch was mitgebracht –
HASS wie noch nie! verspritzt der Block in Schwarz.

 

operativer vorgang (Lingua Sceleris Sinistri)

kurzer prozess. weil ich humanist bin“ (erich mielke)

singet den kadern und spielt das lied von zersetzung und hetze,
greift in die alte tschekistische leier, und wer überlebte,
zieh auf die saiten der rechthaberei. mal bitte bewegung

bei der ballade der elften brigade, der vers defiliere
mit leninschem geist und von stalin geschweißt der partei
erklinge harmonisch der antifaschistische schutzwall nach noten.

nur böse menschen, wisst ja, kennen keine lieder – das
nach allem was für die GETAN wurde, die fahne rot
als die herzen erwacht, und solche BANDITEN…wühler,

antragsteller sowas. lauter als deren kantaten erschalle der
kampfgesang der nomenklatura: preist zwang und die zellen
der angst, lobt anpassung, mangel und seelenabspaltung!

in höchsten tönen, GENOSSEN, im pakt der bruderorgane,
treulich der richtlinie: dichtung zum dienstgebrauch, verschwiemelte
komik als spiel im tarntext, chiffriert euch die phrasenstarre –

lang geübte reflexe, verdichten kalküle in lyrik, seid auge
und abzug: HASS ist die wahre seele der akte, zeigt auf
wer wer ist, wer wen kennt, wer was denkt, wer wo pennt,

geruchsprobe ho-horrido ins glas hier zum operativen kontakt
am feinde, na kompromate eben, schon klar, was gemeint ist –
den freunden bietet doch an, im urlaub die primeln zu gießen …

LÖBLICH, wenn in der handakte eure notate zischeln, kleinste
sprachschallfetzen liefern schon prost prost prösterchen
schönste befunde fürs nächste befragungsprogramm. da

sage noch einer, der sozjalismus hätte kein gold  in der kehle!
genossen, nicht wahr, bisschen lustig, RÜHRT euch, ein lied,
schön wie nie. also, ideologische diversion sofort liquidieren.

dürft schmettern den diensteinheiten der linie, singe wem
ehrenschleife gegeben, ja du mit der künstlerlegende,
und du an den sichtlochkarten des regimegebietes und

du per vergütungszuschlag nach besoldungsverordnung,
du für das weltreisevisum, mit interkontakten, du IM Feliks
am karteipaternoster, und du, denunziant anonymus:

jetzt zu der gitarre schlage, alle dreivier mit den roten spiegeln,
rein prophylaktisch kräfte zum schreiten bringen, zur strecke na
einbringen, dann soll auch hierbleiben, wenn man schon schießt,

ihr, die im land der ruinen ganz teil der zerrüttung, wo sich
widergeist regt, infiltriert mit der strikten gedankenmechanik
im dialektischen blickfeld. lagefilm ab fürs kollegium, sowie

zur realisierung spezifischer vorbeugungsKOMPLEXE einzu
setzen in die grundlagen der lageversetzung, feste front aus
schwild und schert im konfleks der VORbeugemaßvornahmen …

insofern stimmt an bei sofortiger zuführung der isolierungs
objekte, um das noch deutlicher zu sagen. und DARUM
ein horrido, DAMIT misston enttarnt den gedankenverrat.

Legende:
ballade der 11. brigade“  –  Lied von Ernst Busch aus den 1930er Jahren über die Internationale Brigade im Spanischen Bürgerkrieg.
aus leninschem geist“ –  Zitat aus  „Lied der Partei“ von Louis Fürnberg (1949)
die fahnen rot als die herzen entfacht“ – Zitat aus dem Lied „Die roten Spiegel“, Hymne des Stasi-Wachregimentes „Feliks Dzierzynski“
schön wie nie“- Zitat aus der Nationalhymne der DDR von Johannes R. Becher (1949)
bruderorgane, handakte, wer-ist-wer, ideologische diversion, karteipaternoster, regimegebiet, IM, lagefilm, isolierungsobjekte, u.a. –  Lingua Stasi des MfS
prost, prost“ – aus Lieblingsliedern Erich Mielkes (1907-2000), Minister für Staatssicherheit der DDR, sowie weitere Sprachfetzen aus seinen Reden vor Genossen und MfS-Mitarbeitern

Das Gedicht „operativer vorgang“ wurde erstveröffentlicht in:

Boris Preckwitz, „Kampfansage“, Lyrik Edition 2000/Allitera Verlag, München, 2013, S. 37 ff.
ISBN: 978-3-86906-588-5

Grüner Ungeist

Huschen Schwule durch die Schule,
– Schluss mit Mamapapamuff!
Sutsche will es das Gebuhle,
Buben kommt, wir spielen Puff!

Rund und bunt an grünen Rändern
da gehen sie Knaben gendern.

Tanzen Transen durch die Klasse,
– Na, wo kann der Riegel stecken?
Gleich gibt´s Schokoladenmasse,
Schampus, Saft und Sahne schlecken.

Rupfen Fummel von den Ständern –
so gehen sie Mädchen gendern.

Stürmen Queere auf die Bühnen:
– L-S-B-T-T-I-Q!
Sex nach Lehrplan! Und die Grünen –
flüstern wieder Kindern zu.

Mal wieder wollen sie die Welt verändern,
jetzt gehen sie vergewaltigendern.

Merkel muss weg

Wir schaffen das,
schwafelte die Kanzlermadame. Sie
hat es geschafft, das Land zu spalten, sie
hat es geschafft, einen Erdteil zu spalten.
Sie – und jene Geister, den sie rief –
haben hier nichts mehr
und gar nichts zu schaffen.

Wir jedenfalls
wollen mit ihr
nichts zu schaffen haben.

pink&silver

friede, freude, federboa,
luft und liebe für den schwanz,
auf den trucks tobt queer-samoa,
titten wippen sich in trance:

hü und husch im tanz.

im tütü der korybante,
winkt in pink und puschelglanz,
dieseldyke, die feiste tante,
wiegt und wieselt sich zur ranz,

hü und husch im tanz.

büfftätä, die bunten jecken,
clownarmee für toleranz –
zugedröhnte demo-zecken,
cross gedresster mummenschanz:

hü und husch im tanz.

Die antifaschistische Folklore der fdGo*

Was heißt hier Artwillen, komm nur, du
Antipimpf! Rumpel hier Streit, ich keil dich kalt.

Willst du hammersicheln, kriech erst mal zu Hakenkreuze.
Ich hau dir den Sozivergleich um die Ohren,
knallst du mir den Nazivergleich vor den Latz –
sicher, klag mich ruhig an, ich klag dich auch an.

Niemals den Panzerschreck gefaustet, was?
Aber den Gegenrassisten blitzen! Frontsozialist, du,
ja, blas nur Mondscheinsonate, ich werd dir Gomorrha spielen!
(Wird mal mächtig der Schrumpfgermanen entherrscht!)

Du setz mir den V-Mann ins Fell! Ich stopf dir den V-Mann ins Maul,
kannste gleich deinen Eintopfsonntag mit aufnorden!

* freiheitlich demokratische Grundordnung

Standortfrage

Es ist so eine Sache mit dem Standort.
Oft heißt es, das sei eine Standortfrage –
man dürfe dem Standort nicht schaden

Dass aber einer kein Dach habe
und manch andere derer drei,
das schade dem Standort schon nicht?

Und dass Menschen da Arbeit verlieren,
weil Menschen aus anderen Standorten kommen.
das sei nicht zum Schaden?

Wenn das die Standortfrage ist,
dann kann es nichts schaden,
dem Standort zu schaden.

Dann lautet die Antwort, den Standort
zu einem anderen Standort zu machen.

 

Spell gegen die Phrasenblase

Erste Kampfhandlung:
                    gegen die Japrahler –
       im Saale der Sonntagsreden,
                                  wo sitzverteilt
       der Schwarmschwachsinn
                             sich die Gewalt gibt.
Aus ihren Schallzentralen
                         protzt es: P.r.o.g.r.a.m.m. -
        (im Klartext,
                     frotzelt Brigade Blaumann:
        - die abgeranzte Kette
                              auf einem Kranz ohne Zahn.)
Geflachst wär noch harmlos !
                            Statt innerem Hader
den Handgriff ans Werk !
                       Es ist schon ein Kampf,
nicht maßlos zu werden
                      in der Verachtung,
da alles, was hochtrabt,
                        als Apparat des Versagens das Land narrt.
Weshalb denn
            Achtung haben
                         vor denen,
                                   die sich in Abrede stellen ?
Beschlossene Sache
                  ward ja
        die Selbstabschaffung
                             dem Pack im Plenartrakt !
Warum da nicht gleich:
Statt Bankster
              an der Bazooka –
                               die Leninisten mit Knarren ?
Von mir – kein Mandat
                     für die Fraktionen der Abnickdackel.
Was da nämlich prangt
                     am hohen Portal
                                    ist die tiefrote Zahl.
Jaschranzen - was ihr auch sagt,
                  es gelangt
                            in meine Schlagdistanz.
Wo immer ihr euch
                 zur Wahl stellt,
gelte die Stimme
                einer Partei der neuen Zeit.
Denn:
     ganz das Gegenteil von Freiheit
                                    ist der Staat.
                  Das halte ich
                schon auseinander:
Nicht Staat ist mir Heimat,
                           Heimat ist mir mein Land,
ist mir die Seelenlandschaft,
                             weit mehr
                                      als Verfassung: Deutschland
                           : Heimstatt
                           : Herzland
Werkstatt des Willens,
                      so vieler Menschenleben
Lebenswerk aller Zeiten,
                        das ich mir zu eigen mache,
bist mir der freie Geist,
                         im Seinsgrund der Sprache,
und jetzt
         in die Wege zu leiten.
Steht doch der Tag
                  schon hoch in der Reife
                                         zur Propaganda der Tat -
        dass Schlagkraft gestalte
                                 die Sichel zum Speerblatt,
und in der Furche des Feuers
                            sich rüste:
                                       Pflugschar zu Schwert.

Erstveröffentlicht in:

Boris Preckwitz, „Kampfansage“, Lyrikedition 2000/Allitera Verlag, München, 2013, S. 12-15
ISBN: 978-3-86906-588-5

Dschärmanie sucht das Superäffchen

(La Grande Singerie, Christophe Huet)

wo steckt denn superäffchen – äffchen schwänzelt, scharwenzelt das schwänzeläffchen, äffzt, schelmäffchen scheffelt! fletschäffchen schelmt, äff! äff!, kläfft äffchen. bist so ein scheckes menscheläffchen! so viel äffchenplärre muss der welt eine äffung wert sein: best of äffchenstaffel – world´s best from planet of apes – ich sag ja, klettern war gestern, jetzt geht was: wo tscheckeräffchen den airfreeze grätscht, sind alle gefläscht vom äffschenschpresch – sag ich ja, schellentrommel war gestern, jetzt: fettet plärrcheckerchen den äffbeat! sag ja, tänzeln war gestern. next superäffchen schlenzt den apewalk hey, sexyäffchen! hat jetz ein neues näschen klar gemacht: next nasenflötensternchen – nur wo ist superäffchen? – … hey, hat sich äffchen das hinterteil rosa aufgespritzt! sexy goldlitzäffchen, hält sein mähnchen vor die windmaschine: ärschchen hoch! nee, ne? das äffen wir aber jetzt nicht nach auf unseren äffchenfelsen daheim machen uns nicht äffenheischig, das da, das nachäfferchen so´ne schwätzäffchen, ne echt, so ne äffchenäffe, wir wollen superäffchen, wo ist, äff, superäffchen, äff!

Ballade vom Hussitenzug

Und es geschah an jenem Julitag
im Jahr des Herren Vierzehnhundertzwanzig,
dass im vereinten Freiheitskampf zu Prag
zusammen stand das Volk. Die Wahrheit fand sich
im rechten Sinn der Schrift:
          Wo Meinung nur auf Lüge gründet
          da ist verwirkt ihr Machtanspruch,
          wo Kirche sich am Christ versündigt,
          treibt sie die falsche Kirchenzucht.
Das Wort dem Volk! Was Mensch und Gott betrifft,
verbindet uns ein anderer Vertrag.

Wir alle sind die Priester, wir sind Kirche,
das geistgewirkte Wort ist mit den Laien,
Geschwister, die wir sind, in Brot und Kelche
will Christus seines Zeichens uns befreien,
so zeugten Hus und Wycliff:
          Wo Herrschaft die Gesetze bricht,
          soll nicht mehr gelten Kaisers Recht,
          wo Kirche treibt ihr Schandgericht,
          soll nicht mehr gelten Kirchenrecht.
Die Stadt dem Wort! Was Volk und Welt betrifft,
besteht ab jetzt ein anderer Vertrag.

Die Geistlichkeit sei Gottes und nicht reich,
Ämter und Pfründe nehmt ihr aus den Händen,
das Schwert des Rechtes strafe alle gleich
der Sünde nach, die Krone und die Stände.
Wir nehmen es in Angriff:
          Wir sind das Volk, der Leib des Herrn!
          Gesetz sei das Gebot des Herrn,
          und alle Macht dem Geist des Herrn!
          Auf unseren Bund, beim Blut des Herrn!
Das Land dem Volk: was Mensch und Reich betrifft,
in Zukunft gilt ein neuer Volksvertrag.

Blickwechsel

Der Blick aus der Gegenwart
darf nicht dazu führen,
die Vergangenheit fehl zu deuten.

Der Blick auf die Vergangenheit
darf nie dazu führen,
die Gegenwart zu verkennen.

wort des jahres

kein wort
ist ein unwort.
ein unwort wäre ein wort,
das in der sprache nicht vorkommt.

selbst das wort unwort
ist ja ein wort.

wer worte natürlicher sprache
verunworten will,
redet der verdummung das wort.

 

Entmachtet die Laschen

Seht euch die Satten doch an:
Was haben sie jemals erschaffen
in ihrem dumpfen Verharren?

Wann sind die Laschen jemals etwas anderes
als Angepasste gewesen?
Wann haben je die Schlaffen
sich aufgerafft
aus ihrer Laschgeistigkeit und Gedankenschlaffheit.

Aber zu wagen,
das ist der Satten Sache nicht.

Verachtet die Bangen,
die sich Tag für Tag nach Maßgabe ihrer Sklavenmoral
von Angst zu Angst fallen lassen,
denn es ist immer der Bange,
der eine Schar von Bangen um sich versammelt.

Aber Starke,
die treten hervor aus dem Schatten des Starken!
Ich will eine Heimat der Starken,
statt eines Staatenverbandes von Schwachen.

Verlacht die Bangen!
Verachtet die Satten!
Entmachtet die Laschen!

 

Kopflos

Wenn jemand wegen des Islam
Bedenken habe, pampte die Kanzlermadame,
soll er doch in die Kirche gehen.

So eine soll auch mal verlautbart haben,
wenn es dem Volk an Brot mangelt,
soll es doch Kuchen essen.

Sachbezug nach Richtlinie 12.1

„In der Berichterstattung über Straftaten
wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen
oder Täter zu religiösen, ethnischen oder
andere Minderheiten nur dann erwähnt,
wenn für das Verständnis des berichteten
Vorgangs ein begründbarer Sachbezug
besteht.“
– Pressekodex des Deutschen Presserates

Vielsagen klingt jetzt das Schweigen,
seit wir gelernt haben, es zu verstehen.

Wird also keine Herkunft angegeben,
erscheint sie wohl zwischen den Zeilen.

Sofern auch kein Name genannt wird,
kann man nur ahnen, wem er im Gesicht steht.

Wie auch das verhehlte Bekenntnis nahe legt,
in welchem Buch der Sachbezug besteht.

Womöglich ist grundsätzlich Argwohn zu hegen
vom nicht Berichteten eines Verbrechens.

Spendiergriechen

Den Banken, denen stopft man die Kasse! –
rast der Syntagmaplatz.
Aber wie das, wem hatten die Banken
das Geld denn vorgestreckt?

Dem Staat! Alles hat der verprasst –
klagt der Syntagmaplatz.
Ja, kann das angehen? In wessen Taschen
hat denn der Staat gewirtschaftet?

An all die Staatsdiener, da ist der Zaster,
barmt der Syntagmaplatz.
Aber wer denn nur, sagt doch
wer dient denn dem Staat hier?

Na wir natürlich,
gnatzen die Griechen.

 

hiobsbotschaften aus palästina

sie kamen und nahmen seine rinder
und nahmen ihm pflanzen und saat

sie kamen und nahmen sein gesinde
und stahlen ihm haine und land

sie brachten ihm um seine kinder
und nahmen ihm straße und stadt

sie kamen und nahmen sein wasser
und ließen ihm asche und grind

sie kamen und ließen verschwinden
und hiob starb alt und lebenssatt

Grenzen setzen

Wie es angemessen ist, dem Menschen
Grenzen zu setzen –

wie es schicklich ist, in der Gesellschaft
Grenzen zu setzen –

wie es notwendig ist für Recht und Gesetz
Grenzen zu setzen –

ist es geboten für ein Land, nach außen
Grenzen zu setzen.

Ein Land, das keine Grenzen setzt,
erfährt die Verbrechen der Welt.

bourgeoise algorithmen

sie prokeln verbissen an luxusprofilen,
von selbstbesorgtheit die pixel entstellt,
und pimpen sich exoskelette zu stilen,
und pflegen ein sexleben gegen entgelt.

ihr schwarm – ab ins netz des konformen,
die nutzer – artikel im clicksortiment,
und lassen sich listen und lassen sich normen.
der mensch? ist des menschen konsument.