Psalm am Wahlsonntag

Groß ist die Zahl der falschen Kanzelschranzen,
und feiern allerorten ihre Hoffart.
Noch glauben sie, Anspruch auf eure Opfer zu haben,
doch ihre Abwahl steht schon als Zeichen am Himmel.
Noch machen sie zunichte eure Arbeit,
enteignen die Früchte eures Fleißes,
zehren auf, was sie selbst als Ertrag nicht zu bringen vermögen.
Eure Heimat schenken sie Fremdlingen und setzen alles daran,
dass ihr zu Fremden werdet im Land eurer Väter.
So geben sie schlechtes Werk als tugendhaft aus in Selbstgerechtigkeit
doch es ist Unrecht, verbrecherisch und ein großes Vergehen.
Darum gebt eure Stimme nicht mehr denen, die euch verleumden
in ihren Hetzpredigten, und denen, die Lügen über euch verbreiten,
schenkt nicht mehr Amt noch Macht. Seid ihr das Leuchten! Heute!
Wählt nicht das Schwinden des Lichts und macht euch nicht gemein
mit der Verdüsterung, die aus schwarzen Talaren kriecht.
Widersteht allen Anfeindungen. Der Tag eurer Wahrheit
bricht an! Es ist der Wähler König seines Volkes!

 

Würden Sie so jemanden einstellen?

sie habe, sagt die k, nachgedacht.
sagt die k.
sagt die k, sie habe sprichwörtlich
unendlich viel nachgedacht.
sagt die k, sie habe jeden tag über die k-frage nachgedacht.
sagt die k, sie habe sich in der tat die sache nicht leicht gemacht.
bei ihrer entscheidung, sagt die k, und die entscheidungen fallen
spät – dann stehe sie aber auch dazu, sagt die k,
sei es dazu gekommen, dass sie.
sagt die k, sie brauche lange.

der wesentliche umstand, sagt die k,
sei schon das denken über die menschen in deutschland.
sagt die k, für ein gutes und starkes deutschland.
sagt die k, sie habe sich mehr mit der zukunft befasst.
sagt die k, so etwas wie letztes jahr dürfe sich nicht.
keine zahlenspielereien, sagt die k, kein eingehen
auf obergrenzen mit nur wenigen wochen haltbarkeitsdauer.
im wahlkampf, sagt die k, hätten wir mehr gelegenheit,
mit den menschen zu sprechen.

was ihr, sagt die k, an gaben und talenten gegeben sei.
sagt die k, in die waagschale werfen.
sagt die k, ihre gaben.
sagt die k, ihre gaben.
sagt die k, ihre gaben.
sie passe, sagt die k, ihre politik der wirklichkeit an.
die anfechtungen, sagt die k,
sagt die k, die weltlage müsse sich erst einmal neu sortieren.

sie habe mal, sagt die k, in den spiegel geschaut.
sagt die k, sie sei noch kein halbtotes wrack.
ob sie dem land, habe sie sich gefragt,
sagt die k, noch etwas neues?
ob sie, habe sie sich, sagt die k, gefragt
noch neugierig genug sei?
sagt die k, sie habe natürlich auch neue ideen,
sagt die k, sie habe viele ideen,
etwa beim thema altersarmut.
sagt die k, sie habe ideen.
ob sie noch geistig rege genug sei,
habe sie, sagt die k, sich gefragt, um sich mit der digitalisierung?
sagt die k, man müsse, man müsse ihr helfen.

könne sie denn, habe sie, sagt die k,
sich gefragt, etwas tun für den zusammenhalt in der gesellschaft?
sie sei, sagt die k, das volk.
sie sei auch, sagt die k, teil der der lösung.
sagt die k, jeder mensch sei ersetzbar.
sagt die k, sie habe keinen plan b.

Meinungsrobot M.

Ihr Wir schaffen das
(die leere Phrase)
würde sie so nicht mehr wiederholen,
paspelt die Kanzlermadame.

Das kommt ja noch besser!
Wir würden aus dieser Phase
besser herauskommen
als wir in diese Phase hineingegangen sind.

Gottes Streiter (ktož jsú boží bojovníci *)

Krieger, die für Gott ihr streitet
um seines Gesetzes,
bittet Gott, dass er euch beisteht,
bleibt ihm im Bekenntnis,
an seiner Seite steht ihr stets als Sieger.

Christus als der Opferwerte
bürgt hundertfach Segen,
wer für ihn stirbt, dem gewährt er
das ewige Leben.
Selig ist jeder, der fällt für die Wahrheit.

Der Herr gebietet: fürchtet nicht
leibliche Sterblichkeit;
es ist der Nächstenliebe Pflicht,
dass sie ihr Leben weiht.

Also, Schützen, Pikenzingler,
und Ritter mit Lanze,
Hellebarter, Drischelschwinger,
ihr Kreise als Ganzes,
seid eingedenk, dass der Herr euch sein Heil schenkt.

Achtet nicht der Feinde Dräuen,
bangt nicht ihrer Menge.
Tragt den Herren, als Getreue,
im Herz durchs Gedränge.
Vor keinem Feinde sollt ihr jemals scheuen.

Die Tschechen haben allezeit
sprechend das Wort bezeugt:
Mit gutem Herren in der Hut
wird auch die Kundfahrt gut.

Leichte Mannen, Landsknechtleute,
ermahnt eure Seelen,
sonst ist es aus Gier nach Beute
ums Leben geschehen.
Niemals vertündeln sollt ihr euch mit Plündern.

Jeder weiß jetzt seine Weisung,
gedenkt der Vollstreckung,
tut, was euch der Hauptmann heißt und
Gefährten gebt Deckung.
bleibt in der Einheit, schließt wehrhaft die Reihen.

Den kecken Feldschrei tönt einher:
Ran! Kriegt sie dran! Gereckt
die Waffe, die den Händen schmeckt,
dröhnt „Gott, du unser Herr.“

– – – – – – – – – –

* Hymne und Rüstlied der Hussiten von Jan Žižka, 1420. Eigene Übersetzung aus dem Tschechischen.

– – – – – – – – – –

Ktož jsú boží bojovníci
a zákona jeho,
prostež od Boha pomoci
a úfajte v něho,
že konečně vždycky s ním svítězíte.

Kristusť vám za škody stojí,
stokrát viec slibuje,
pakli kto proň život složí,
věčný mieti bude;
blaze každému, ktož na pravdě sende.

Tenť pán velíť se nebáti
záhubcí tělesných,
velíť i život složiti
pro lásku svých bližních.

Protož střelci, kopiníci
řádu rytieřského,
sudličníci a cepníci
lidu rozličného,
pomnětež všichni na pána štědrého!

Nepřátel se nelekajte,
na množstvie nehleďte,
pána svého v srdci mějte,
proň a s ním bojujte
a před nepřátely neutiekajte!

Dávno Čechové řiekali
a příslovie měli,
že podlé dobrého pána
dobrá jiezda bývá.

Vy pakosti a drabanti,
na duše pomněte,
pro lakomstvie a lúpeže
životóv netraťte
a na kořistech se nezastavujte!

Heslo všichni pamatujte,
kteréž vám vydáno,
svých hauptmanóv pozorujte,
retuj druh druhého,
hlediž a drž se každý šiku svého!

A s tiem vesele křikněte
řkúc: Na ně, hr na ně!
Bran svú rukama chutnajte,
bóh pán náš, křikněte!

 

Ideokraten ( # Leo )

Lasst sie nur predigen von gestrigen Lemuren,
lasst sie nur predigen. Ihr ganzer Sonntagsstaat
samt Kanzel und Altar, in Amt und Konkordat
dient ja und Amen seinen eigenen Sinekuren.

Debatte satt! In ihren Wohlfahrtsapparaten
herrscht nicht Elite – sondern schlichte Hierarchie
zieht hoch die Fallbeilfahne roter Utopie . . .
der Staat als Massengrab beginnt mit einem Spaten.

Jetzt schießen ihre Propaganda-Agenturen
mit Bits und Pixeln, Print und Digitalisat –
und dennoch gibt es, auch wenn kinkerlinks beschrien,

die richtige in keiner falschen Theorie.
Nennt sie nur nicht Eliten, nurmehr: Ideokraten.
Elite sind sie nicht. Sie sind Nomenklatur.

 

„Dies also bildet den wesentlichen Character der Ideokratie, (die übrigens des verschiedenartigsten Inhalts fähig ist), Fanatismus und Hinarbeiten in der Verfassung auf eine abstracte Spitze.“ *

* Heinrich Leo: Studien und Skizzen zu einer Naturlehre des Staates. Halle 1833. Seite 176

Zeiten in Wort und Bild

Keinesfalls werde die britische Insel
auf Abstand zum Festland gehen,
rauschten die Radiowellen –
das Gegenteil war der Fall.

Niemals! Die Vereinigten Staaten
geben dem weißen Mann nicht die Stimme,
flirrten die Bildschirme –
das Gegenteil geschah.

Von der neuen Deutschlandpartei
werde schon bald keine Rede mehr sein,
vermeinten die Zeitungen –
bis zum Beweis des Gegenteils.

Es zeigte sich, an all den Nachrichten
war vor allem das Gegenteil richtig.
Ich werde das berücksichtigen
beim Lesen der heutigen Zeitung.

 

Geschützt wissen will ich

Geübt wissen will ich Gefühl und Gespür
Geehrt wissen Sinn und Verstand

Geliebt wissen will ich die Frau und den Mann
Geherzt wissen Eltern und Kind

Gesetzt wissen will ich Geschichte und Brauch
Gewahrt wissen Zukunft und Heim

Geschont wissen will ich Wasser und Wald
Gepflegt wissen Krume und Flur

Geschirmt wissen will ich Besitz und Erwerb
Geehrt wissen Arbeit und Fleiß

Gelernt wissen will ich Besitz und Erwerb
Gelernt wissen Fortschritt und Fleiß

Gereift wissen will ich Glaube und Geist
Gehegt wissen Staat und Gewalt

Gestärkt wissen will ich Willen und Kraft
Gefügt wissen Werke und Pflicht

Gestärkt wissen will ich Freiheit und Volk
Geschützt wissen Grenzen und Recht

 

Schaffende Arbeiter antworten:

Wir schanzen, wir walzen,
wir stanzen und falzen –

aber für was? Dass ein vernagelter Parteivorstand beschlussfasst,
alle Armen der Erde hierher in Arbeitslosigkeit zu verfrachten?
Was haste gelernt, Genosse – Luftblasen
für die Wasserwaage abholen?

Wir weben, wir stauen,
wir kleben und bauen –

dass die Frau in Kleinanzeigen nach einer Stellung in der Welt sucht?
Dass uns zum Alltag aus Arbeit ein Alter in Armut erwartet –
aber alle, die nie einen Handschlag taten, in Massen
die Hand aufhalten? Kommt nicht in Frage!

Wir teufen, wir feuern,
wir täuen und steuern –

dass ein Langzeitverblödeter im Hörsaal den Lufthaken eindreht
und die Wahnkante dranhängt, die deutsche Stadt habe Platz zu machen
für Klein-Bagdad-Bamako. Ich will dir was sagen:
Die haben ihr Leben im eigenen Land auf die Kette zu kriegen.

Wir spleißen, wir reißen,
wir meißeln und schweißen –

seit wann dafür, dass unseren Knöppsken gleich mit der ersten Fleißbiene
von Amts wegen Sporen in die Bronchien kriechen,
und unsere Roten kommen
und geben zur Losung: Den Rest macht die Farbe…

Wir schalen, wir stauchen,
wir malen und tauchen –

dass an der Tafel Geh aus, mein Herz eine fremde Sprache ist,
aber die Klassentante unseren Racker damit belatschert,
er sei geschlechtslos geboren? Die soll erst mal selber abkindern,
mehr Fisch als Fleisch, die Alte.

Wir schleifen, wir schlitzen,
wir steifen und stützen –

dass sonne Stempelkissenbenässerin den Pay-Gap bejammert?
Schon mal drauf geachtet, Frau Oberschlau, auf wessen Knochen
das Straßenpflaster verlegt wird? Und wer verstreicht auf der Fahrbahn
den kochenden Asphalt? Einfach mal Klappe.

Wir schwemmen, wir dämmen,
wir stemmen und flämmen –

während unsere Mädchen die Laternen zählen,
wenn sie an den Revieren der Gangs vorbei eilen?
Da war ein Aushang am Kindergarten: Einbruch lohnt nicht –
hier wird kein Geld mehr aufbewahrt.

Wir stromen, wir dichten,
wir formen und richten,

dass die eine am Ende des Tages und der andere am Ende der Nacht
auf der Feudelstrichleiter nach oben buckeln und ihre Halbwahrheiten
in die Kamera lesen. Klar, lügt die Lücke, was ab ist,
wurde doch eben erst drangesägt.

Wir schütten, wir wälzen,
wir rütteln und schmelzen –

dafür, dass wieder der Lokomofeilowitsch vom Dienst
den außenverstellbaren Innenspiegel als Jobmotor verheißt,
wo man draußen im Pott auf die Stoppschilder schreibt:
Willkommen in Schrottgorod!

Wir hackeln, wir ackern,
wuracken und rackern –

ihr werdet sehen, für was!

Kanzlerschaft der Phrasen

Vorausgeschickt habend, das Volk oder was
sei nur zu unverständig gewesen, ihre Einlassung
mit Sinn aufzuwerten, paspelte die Kanzlermadame

ihr „Wirschaffendas“ würde sie so in der Art
nichtmalig verwenden wollen, sei es doch
eben fast eine leere Phrase geworden.

Könnte sie (Fortsatzphrase) würde sie natürlich
die Zeit viele Jahre zurückspulen, hätte hingegen
das sichere Gefühl, wir würden aus dieser Phase

(Endlosphrase) besser herauskommen als hinein,
und wieder genauso handeln. Das Volk verstattet
der Staatsvorsitzenden seinen Dank.

Waldgang ( # Jünger )

„Dem Machtkampf geht der Bilderabgleich und Bildersturz voraus. Das ist der Grund, aus dem wir auf die Dichter angewiesen sind. Sie leiten den Umsturz ein, auch den Titanensturz. Die Imagination und mit ihr der Gesang gehören zum Waldgange.“*

Weil ihr dem Menschsein nichts leistet,
nicht jene verteidigt, die leiden, streiten, arbeiten
mit der ganzen heißkalten Kraft ihrer Herzens,
die ihr mit seichten Wortspielereien
das Leben euch vom Leibe haltet, mit der immer gleichen
feigen Harmlosigkeit, mit der ihr seit Jahr und Jahrzehnten
der eigentlichen Anfechtung ausweicht.

Weil ihr so himmelschreiend nichtssagend seid.
Darum ist von euch nichts zu halten,
die ihr euch Schreibende nennt, Geistesschaffende,
weil ihr zu aller Feigheit noch liebedienerisch seid
und das widert mich an
dass ihr die Gefahren, die es zu verachten gilt,
noch nicht einmal zu ahnen scheint,

und weil eure Seelen nicht aufbegehren in Wagemut oder Wut,
darum, dass ihr die Kraft nicht kennt des Geistes,
mit dem man ringen muss wie ein Erster des Volkes,
weil ihr keine Worte findet von der Kraft einer Zeitenwende
und weil ihr nicht schreibt für die Ewigkeit,
die ihr in späteren Zeiten
nicht mehr sein werdet als der Verweis
aus diesen Versen.

 

* Ernst Jünger. Der Waldgang. Stuttgart 2014. Seite 15.

 

fehlerkomplex

nach dem fehler zieht der fehler den
fehler nach sich nach dem fehler zieht
dem fehler der fehler nach den fehler
zieht der komplex dem komplex nach
der helfer des fehlers der fehler zieht
dem helfers helfer nach sich zieht den
helfer des schleppers der fehler nach
der merkt zieht sich der fehler schleppt
dem fehler sich der fehler nach zieht
als fehlerkomplex nach merkels gesetz

 

Kommentar: Nennt es ab  „Merkels Gesetz“ – ein Fehler zieht den nächsten nach sich und dieser wieder den nächsten etc. abyssus abyssum invocat.

Hoheitszeichen

„Ein iegelich rich, daz in yme selbir zurdeilit ist, daz wird zurstorit; wan sine fursten sint wordin der diebe gesellin.“ Goldene Bulle, Prefac. Nürnberger Gesetzbuch

Herzschild deckt Schildmitte. Der Wappenrede Kunst ist die Heraldik, bekennt der Heralt. Kenne die Nennungen und nenne die Kennzeichen, denn aller Wappnung Anfang ist die Waffenrede. Ist Zeit, ruft der Heerwalter, die Tartsche zu nehmen, nicht Zeit um Zweifel zu hegen. Zeit des Eifers. Zeit des Verteidigers. Still zu leiden nicht, sondern das Wort zu ergreifen. Sich bescheiden nicht, sondern eintreten für die Hoheit der Deutung. Nenne das Lohehorn, nenne den Feuerstahl nach Art des Blason. Habe: Stolz auf die Hoheitszeichen in der Stunde des Jubels und Trost an den Hoheitszeichen in der Stunde der Not. Zeichen an Zeichen setzt Hoheit ins Bild. Nenne Prachtstück (herrliches Wort), nenne Kleinod, Reichsapfel, nenne den Adler mit Goldbewehrung. Fachsprache von Jahrhunderten führt ihre herrlichen Worte ins Feld. Ich nenne, ruft der Heriowald, den Wahlspruch: Meine Sprache ist Hoheitsgebiet! Nenne und stimme ein in das Feldgeschrei. Hoheitsgewalt.

Ektenie für das Kreuz

Dem Glockenton des Romanos Melodos –
werft den Islam.
Dem neuen Rom und dem brausenden Feuer der Dromonen –
werft den Islam.

Werft den Islam
auf sich selbst zurück.
Verweist den Islam an seine abgeschlagenen Staaten,
dann erst wird er sein Versagen begreifen,
wenn er als Ganzes an sich gescheitert ist.
Weist den Islam zurück an seine Feindseligkeit,
und weil er weit in unser Land hinein
das Christsein verfolgt – verwerft den Islam.

Den Sweben und Goten von Covadonga – werft den Islam.
Den Franken von Tours und Toulouse – wehrt den Islam ab.

Verweist den Islam an sein Elend
und das Ausmaß des Unheils, das er verbreitet.
Und weist den Islam zurück auf seine Übergriffigkeit,
die nicht vereinbar ist mit Menschenwürde,
weil er den Eigenwert des Einzelnen bestreitet.
Freiheit klagt er ein, um Freiheit Anderen zu verweigern,
und weil er Unrecht umsetzt, um sich an Menschenrecht zu vergreifen –
verwerft den Islam.

Den Nordmannen von Sizilien – werft den Islam.
Den Portugiesen von Ourique – wehrt den Islam ab.

Weist den Islam zurück
auf seine selbst verschuldete Unmündigkeit,
deren Freiheitsbeschneidung sich zeigt in Schrift, Schwert und Schleier.
Weist die Verneinung zurück, die ihn umtreibt,
und treibt ihn zurück in die Wüste des Selbstmitleids,
weil seine Wehleidigkeit ein Wüten darüber ist,
vom eigenen Scheitern nicht lassen zu können –
verwerft den Islam.

Den Warägern von Manzikert – werft den Islam.
Den Ordensheeren von Hattin – wehrt den Islam ab.

Verweist den Islam zurück
an seine Einflüsterungen und Einschüchterungen,
mit denen er Gefügigkeit betreibt.
Begreift doch: ihr werdet die Massen auf seinen Straßen
mit Vernunft nicht erreichen! Selbst eure Freiheit
vermag keine Einsicht in ihm zu erzeugen.
Und weil seine Reihen sich drängen nach Gleichschaltung
und Gewalt – verwerft den Islam.

Dem Kreuz von Navas de Tolosa – werft den Islam.
Der Rus von Kulikowo Polje – wehrt den Islam ab.

Verwahrt euch gegen seinen Wahn
aus Weltkalifat und Weltuntergang.
Verwehrt dem Islam den Zugang in euer Land,
verwahrt eure Stadt vor seinen Hasspredigern,
die Religion als Rekrutierung hetzen.
Werft ihn zurück auf seinen schwarzen Stein
und weil er der schleichende Kleinkrieg ist –
verwerft den Islam.

Dem Purpur vom Tor St. Romanos – werft den Islam.
Den Toten von Nikopol, Kosovo, Mohacs – wehrt den Islam ab.

Verweist den Islam auf seine Fehlleistungen,
auf seine fehlende Belesenheit, seine Greuel und Geistesknebel.
Verwerft den Islam, denn er ist ein Werk der Verfehlung.
Werft ihn zurück auf sein Zerbrechen von Menschen,
auf seine Seelenmorde und Lebendverbrennungen,
auf sein Halsabschneiden und seine Saat des Schreckens,
Damit nicht euer Erdteil wie seine Staaten scheitert –
verwerft den Islam.

Dem Rammsporn von Malta – werft den Islam.
Der Heiligen Liga von Lepanto – werft den Islam.

Verwahrt euch gegen jene unter euch,
die den Islam willkommnen, denn der Antichrist
predigt als schwarzer Engel in euren Kirchen. Wehrt ab
seine Gleichgesinnten, denn er ist ein Gift
das jede Gesellschaft zersetzt.
Verwerft den Islam,
weil sonst eure Kinder nicht mehr in Frieden
und eure Enkel nicht mehr in Freiheit leben werden.

Der Heiligen Lanze der Kaiserstadt – werft den Islam.
Dem Doppeladler von Schipka – wehrt den Islam ab.

Verweist den Islam an seine Gottesferne,
denn er ist Feindschaft am Menschen,
nicht Werk eines Geistes der Freiheit.
Ewiges sieht nicht vor: Unterwerfung
sondern die Selbstfindung der Seele.
Weist den Islam zurück auf sein Verfeindetsein,
denn er ist Sekte gewordenes Seelenleiden
der Gestörtheit seines Gründers wegen – verwerft den Islam.

Auf ihn selbst zurück
werft den Islam.

Sachsenlande. Schlaflose Nacht

im Rauschen des Regens. Dann und wann
eher ein Atmen, zwischen Traum
und Wachtraum. Anders das schlagartige
Gewahrwerden jetzt von Gefahr.

Die Wasserburg in den Feldern war vor uns,
die Wehrkirchen in den Dörfern, das Westwerk
im osterlichen Hochlicht über dem Heer
der Giebel. Freiheit liebende Vorfahren.

Regenfälle, Wälder, Sternenzelt
bilden ihr eigenes Erbe, aber
unsere Lebensart wird nur bestehen,
wenn wir den Kampf austragen.

 

Merkel. Aus Freude am Scheitern

Was sie doch sehr irritiere,
diktierte die Kanzlermadame Seite Eins
es weide, wer sie kritisiere,
sich wohl an der Freude am Scheitern.

Wahrscheinlich muss man es so betrachten:
Dass alles, was sie in Gang bringt,
das denkbar größte Unheil verursacht,
beschreibt ihre Lust am Gelingen.

 

(Auf einen Bericht der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung von 22.5.2016)

Die Eunomia-Elegie ( # Solon )

„Die Rechtende nenne ich
Dich, Δίκη,
bekenne ich, als Rechtende und Richtende,
die schweigend,
was sich ereignet und ereignet hat, bezeugt
und wahrlich zur rechten Zeit erscheint, Vergeltung bereitend.“

So, gleich vereidigen sie ihn,
zum Schlichter, unseren Mann.
Ein Jahr hat er Zeit im Amt des Archonten,
sollen Adel und Arme solange
ruhig Angst voreinander haben! Unser Mann aus der Mitte –
als wäre er selbst ein Weihgeschenk der Athene! Weihe heiligt den Zweck.
Wetten, im Bauch des Gauls,
verbeißt sich sein innerer Odysseus das Lachen! Die Ilias weiß,
wie der Listige die Waffen des Achilles sich anschwatzte.

Solon! Tausendsassa!
Wer füllt denn die Kasse des Staates?
Weder der Reichen Raffsucht – noch die Schleicher der Gleichmacherei!
Wer stellt denn die Krieger im Kampf?
Hier soll auch nicht einwandern, wer kein Gewerbe beherrscht.
Die innere Gefahr gilt es zu bannen, sagt er,
will man nicht Fremden zur Beute fallen.

„… θυμὸς…
με κελεύει…“

Wisst ihr noch,
wie er sich ausgab als Herold aus Salamis?
Und wir auf sein Mahnen die Waffen nahmen und die Insel des Ajax gewannen?
Was zu sagen bei Strafe untersagt war, das
tat er, der Kunst sei Dank! Schlag nach im Schiffskatalog!

Seine Gedichte, heißt es,
spricht er zuerst sich selbst in den Bart, er probt sie
im Vortrag beim Gastmahl – und mit Versen, die keinen mehr loslassen,
(Dann eben Hesiod, ich kenne doch meinen Homer.)
betreibt er auf dem Markt Politik!
Nehmt ihn beim Wort,
Kampfgesang meint bei ihm etwas anderes als in der Großen Rhetra,
die Rechtsprechung und die Gewalten des Staates
will er verfassen…
zu unser aller Verantwortung, und überantworten
den Körperschaften des Volkes, für sich selbst
strebe er keine Macht an.
Nehmt ihn beim Wort!

Nehmt beim Wort,
was er Wohlordnung nennt!

 

( Ausgehend von dem betreffenden Gedicht des Gesetzgebers und Dichters Solon, mit dem vor 2600 Jahren die Ideen der Rechtsstaatlichkeit und Verfassungsordnung in Athen Einzug hielten. Solons Elegie, ein politisches Gedicht, ist das Gründungsdokument der abendländischen Zivilisation und ihrer kulturellen Wertegemeinschaft. )

grün vor angst

das also
die grüne geschäftsgrundlage: angst.
entstanden aus bangen
haben die kader der angstzwanghaften
das angstmachen
zu ihrer sache gemacht.

immer in angst keinen anklang zu finden,
immer in angst keinen anhang zu bilden,
und immer im wahn,
die menschen auf bangen abzurichten
als angst, dass sich nicht genug angstgetriebene finden,
um angst für die verängstigungszunft zu verbreiten,

und die angst vor dem falschen blatt im salat
und angst vor den falschen strahlen im blatt
und angst vor den falschen strahlen im all und
und des einen angst vor dem eigenen mannsein
ist der anderen angst vor dem eigenen frausein,
und die angst vor dem vatersein eines vaters und dem muttersein einer mutter

und die und die alte anpasserangst vor dem staat
und die angst, keinen platz in staatsdienst zu finden,
und die angst, dass die staatskasse nicht mehr frei Haus kommt
und die angst, sich selbst zu erhalten.
und angst vor dem alten schaden und
die angst keinen nachschub an schaden zu erhalten,

und immer in angst, dass die eigene wahnblase platzt,
und angst zu erkennen, dass die altruistische abtretung
allein auf sich selbst gerichtete hilfsnötigung ist,
vor lauter angst vor der einsicht,
dass das helfersyndrom im eigenen seelenknäuel
selbst von der angst vor dem fremden durchwirkt ist.

und immer in angst, die eigenen schemata
wären zu wenig maladaptiv.
und angst davor, die eigene selbstablehnung
nicht immer auf weitere ängst übertragen zu können,
und immer in angst, dass das eigene bangen
sich nicht zur angstverhaftung verdichtet.

weil angst, dass die alten traumata längst abgearbeitet sind,
dass die heimat längst heil geworden sein könnte am eigenen selbstwert,
und die angst vor der anstrengung, die das erbe der ahnen bedeutet, und angst
dass sich schuldhaftigkeit für die eigene zeit als wahnhaft erweist.
weil ahnung, dass ihre moral der angst
selbst auf verschlagenheit beruht,

das also die grüne geschäftsgrundlage:
gefangen im verharrungszwang
zwischen angstscham und schamangst,
das also die schwarze kanzellehre der angstschrate
und wenn man sie fragt: was ihr wieder habt,
dann sagen sie: angst!

Falscher Kunstgriff

Dass wüsste er aber,
dass Zündeln unter Strafe stünde,
sagte der Hofnarr,
als er den Thron anzündete.

Im Sinn der Satire möge er sich
als freien Menschen sehen,
verkündeten die Richter
und schickten ihn hinter Gitter.

Einhaltgebieter ( # Schmitt # Esposito)

Zu κατέχων: ich glaube an den Katechon; er ist für mich die einzige Möglichkeit, als Christ Geschichte zu verstehen und sinnvoll zu finden.“ (Carl Schmitt, Glossarium)

Der Tag des Herrn
steht in den Sternen. Vorerst
lehrt die Erfahrung, ganz in dem Geist,
der seine Stelle vertritt,
dass diese Erde, dieses Erdenleben
alles ist, was wir zu Zeiten erleben werden.

Deswegen, statt die Heilsversprecher
gewähren zu lassen,
setzt der Verwehrende Grenzen.
Besser ist es, die Endzeitverfechter
auf ihr Genichte zurück zu werfen.
Recht und Gesetz hingegen
zur hegenden Geltung zu bringen,
am meisten, dass gepfleget werde
der feste Buchstab. Und Bestehendes gut
gedeutet. Dem folgt deutscher Gesang.

So sehr wahrendes Wort,
das jeweils Einhalt gebietet dem Ungeist,
und ferner einschreitend
gegen den Menschen der Gesetzesfeindschaft:
der immer sich erhebt zum Zank,
getrieben von Haltlosigkeit und eigenem Hader,
der dazu sich versteigt, mit seinem Wahn
die Welt ins Wanken zu bringen.

Jeher hat Besseres
sich zu erwehren des Schlechten.
Wo aber das Rettendes vorherrscht,
ist die Gefahr schon vereitelt,
weil bessere Geisteshaltung
den Ausnahmezustand für sich entscheidet.

( Quellen: Paulus, 2. Thessalonicher, 2:6-7. Friedrich Hölderlin, Patmos. Carl Schmitt, Der Nomos der Erde. Paolo Virno, Anthropologie und Theorie der Institutionen. Roberto Esposito, Immunitas )

 

Die Freiheit der Rede erst recht

Die eines Menschen Worte
vorgriffig mit Verbot bedrohen,
brauchen nicht heucheln, was er denn wolle,
man ließe ihn doch zu Wort kommen.

Die eines Menschen Rede
als nicht der Rede wert verfemen,
sollten nicht länger in Abrede stellen,
dass sie die Redefreiheit verwehren.

Die eines Menschen Ausdrucksweise
ausdrücklich mit Weisung belegen,
können dem Menschen nicht weis machen,
es würde ihm keine Meinung verordnet.

Die eines Menschen Sprache
anprangern, um sie ihm zu verschlagen,
werden versagen daran. Untersagtes
hat je sich zur Sprache gebracht.

 

Kaputtverschulden

Für solcherlei Kurzschluss,
den Knall aus dem eigenen Sicherungskasten
für einen Geistesblitz zu halten,
waren Sozen schon immer geschaffen.

Schluss mit Kaputtsparen,
jaulen die Zausel –
sind halt so, Kumpels der roten Zahlen,
was anderes schaffen die nicht

als Kaputtverschulden.

Jesus in jedem Menschen sehen

Klar, liebe Klerikale,
ich hab auch wieder Jesus gesehen.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus eine Kirche abfackelt.
Jesus erscheint mir jeden Tag.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus eine Schwester steinigt.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus schwarze Fahnen pflanzt.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus jüdische Stämme abschlachtet.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus eine Mädchenklasse schwängert.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus Kindern Sprengstoffwesten anlegt.
Hey klar, liebe Synodale!
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus brandneue Hasspredigten ins Netz lädt.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus Fassbomben auf ein Krankenhaus abwirft.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus das Massengrab mit der Planierraupt zuscharrt.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus im Baumarkt mit Sprengware durch die Kasse marschiert.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus meistbietend mitgeht für die Sechsjährige mit den blauen Augen.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen, wie Jesus Gefangenen die Geister austreibt und ihre Herzen und Nieren handelt.
Ich hab auch wieder Jesus gesehen,
wie Jesus die Flak auf den Pickup wuchtet und von der Ladefläche den Schwertvers des Heiligen Krieges anstimmt.

Hey klar, liebe Bischofskonferenz,
echt krasser Prophet, euer Jesus!
Ach was denn, das ist gar nicht Jesus?

– – – –
Gewidmet den Marxens, Bedford-Strohms, Woelkis, Käßmanns und allen sonstigen Islam-Appeasern.
Christus bitte ich um Verzeihung für die Vergleiche und für seine pharisäischen Seelsorger.

 

 

Unter christlichen Waffen ( # Erasmus )

Du wirst auch den Helm des Heiles finden und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist.“ *

Da ließ ihm der Geschützgießer verbriefen: Verehrter Erasmus, was ihr in Zeilen kleidet und ich in Eisen, ist eines Geistes. Streiter wir beide,  greifen wir der Bestimmung in die eichenen Speichen: Einer stemmt, damit das Rad nicht den Hang hinab geht, der andere schiebt, damit das Feuerstück in Bewegung kommt. Nicht, dass ich eure Zweifel nicht teilte. Zuviel Innehalten aber darf sich der christliche Ritter nicht leisten, sonst reiten ihm Tod und Teufel zur Seite. In euren eigenen Worten, gerade aus dem eigenen Inneren fällt uns die feindliche Schlachtreihe an. Warum singt kein Stimmchen mehr ein Kyrie in der Kirche der heiligen Weisheit? Wo die Christenheit die zweite Wange hinhält, schwingt sich der Antichrist auf. Wo sie sich nötigen lässt, die zweite Meile mitzugehen, endet ihr Weg. Wo sie den Mantel dem Rock hinterher wirft, verliert sie Land und Leben. Lasst es mich so unterscheiden: Der Dienst für Christus ist ein Dienst des Friedens – der Dienst für unsere Christen ist ein Wehrdienst. Ganz wie ihr schreibt, viel wünschenswerter ist es doch, unter dem Feldzeichen Christi zu kämpfen als unter dem Banner des Satans. Es gibt keine Pastoralmacht ohne den Kriegsmann der Kirche. Streitbarkeit ja – wenn auch sicherlich nicht um der Streitsucht willen. Der Eisenkocher, so dachtet ihr wohl, hat eine Anleitung zur Tugend verdient. Bedenkt aber folgendes: Wenn ich Kanonen gieße, dann deshalb, weil ich schon Glocken in Form goß. Eines lässt sich ins andere schmelzen: Kanonen zu Glocken, Glocken zu Kanonen, was immer Zeiten und Notwendigkeiten erfordern. Wer sich versteht aufs Mischen der Metalle, dem braucht ihr den Wert von Bildung nicht erklären. Ich folge euch in dem Wissen, dass es nötig ist, Wahrheit über sich selbst zu erhalten. Verstehe ich recht, geht es euch um die Selbsttechniken der Seele. Selbstkenntnis braucht, wer Menschenkenntnis anstrebt, Selbstführung braucht, wer Menschenführung pflegt, und Selbstbeherrschung braucht, wer Herrschaftswissen in die Tat setzt. Oder wie ihr Gelehrten wohl sagen würdet, keine Gouvernementalität ohne Selbstgovernanz. So wir also vom christlichen Soldaten sprechen, lasst es uns halten mit den Worten der salomonischen Weisheit: Er legt seinen Eifer als Rüstung an und gebraucht zur Bestrafung der Feinde die ganze Schöpfung als Waffe. Als Panzer legt er Gerechtigkeit an, als Helm setzt er ernstliches Recht auf. Heiligkeit ergreift er als unbezwingbaren Schild. Den grimmen Zorn schärft er zum Schwert. Das Handschwert, das ihr mir als Enchiridion eignetet, erwidere ich also von Herzen mit dem Fernschuss dieser Epistel. Damit wir auch weiterhin einander Verteidiger sein werden in der beiderseitigen Sache. In der Gnade unseres Herrn, der Liebe Gottes und der Gemeinschaft des heiligen Geistes. Mit den besten Empfehlungen, gegeben zu Mecheln im Jahre des Herren 1503.

* Erasmus von Rotterdam, „Enchiridion Militis Christiani (Handbuch eines christlichen Streiters)“, Darmstadt 1968, S. 93, Zitat in Anlehnung an Epheser 6:14-17

Rights of Men (# Burke)

The pretended rights of these theorists are all extremes; and in proportion as they are metaphysically true, they are morally and politically false.“ *

Natur gewährt kein Recht. Recht geht nicht hervor aus der Natur. Natur besteht in der Ermächtigung des Selbst bei der Bemächtigung von Außerselbst. Naturrecht und Naturgesetz sind Worte, die zu Fehldenken führen. Natur stellt nicht Gesetz dar, sondern Verfügungswirken. Naturrecht wäre diesbezügliche Gewalt. Was aber sind Recht und Gesetz? Ergebnis von Gesellschaft, denn nur Menschen können Menschen Recht gewähren. Seht die ersten Gesetzgeber und ihre Gefährten: Sätze legte Lykurg dem Thaletos in die Seele. Und dieser, angekommen in Sparta, erschloss in entsprechend geregelten Versen den Geist der Gesetze. Erst das Durchsetzen von Gesetzen schafft geltendes Recht. Erst die Geltung des Rechts lässt Verfassung entstehen. Mensch und Gesetz, Recht und Verfassung – aus diesen besteht der Gesellschaftsvertrag. Sein Rechtswesen ist ein Dreieiniges: als Grundrecht, das Vorfahren einer Gesellschaft erwarben, als Vorrecht der Lebenden, die das Erbe antreten, als Anrecht ihrer Nachkommen, die noch geboren werden. In Rechtsnachfolge bleibt es das Recht der Gesellschaft, sich selbst Gesetzgeber zu sein. Kein Gesetzgeber hat Befugnis, entgegen des eigenen Gesellschaftsvertrages, das Rechtswesen und dessen Pflege an einen fremden Gesetzgeber abzutreten. In Verfassung bildet Gesellschaft Staat. Dafür, dass jede Gesellschaft ihren Staat zum Besten pflege, hat sie nach dem Lebensrecht ihres Volkes eine eigene Gegend der Erde zu hegen. Deshalb: kann es von Gesetzes wegen nicht geben ein allgemeines Recht der Menschheit, in ein bestimmtes Land zu streben. Wohl begehrt der Mensch nach Wohlergehen, aber das setzt keinen Anspruch ins Recht. Was dem Menschen von Natur aus zukommt, ist Selbstpflicht bezogen auf sich und die Verfassung seiner Herkunftsgesellschaft. Alles andere ist Vermessenheit und falsch geweckte Erwartung, gedeckt von keinem Recht der Welt.

* Edmund Burke. „Über die französische Revolution“. The Works. Hildesheim/New York 1975. Vol III/IV. S. 313

milicia contra la malicia (# Gracián)

»Eben dies ist nach meiner Auffassung der Hauptgrund für sein Verderben und seinen totalen Untergang«, beharrte Critilo. »Je mehr Potentaten, desto mehr Köpfe; je mehr Köpfe, desto mehr Narretei; je mehr Narretei, desto mehr Streiterei; und wie schon Horaz sagte, was die Fürsten Tolles treiben, müssen die Vasallen leiden.« *

Wer mit eisernen Zeitaltern hadert, hat noch keine bleiernen Zeiten erlebt. Zeiten in Zwist und Streit – wie wir sie erwarten: Zeiten der Wirren, verleitet von Gesinnungsirren. Zeiten der Finsterlinken und christelnden Irrwische. Irrlichternde Gewissensspinner, wo alles mehr Sinn macht als falsches Gewissen. Gelegentlich hilft es, sich auszusetzen dem Gift des Widersinns, um sich zu üben im Gebrauch des Gegengifts. Gelegentlich an der inneren Bitterkeit schmecken, als wäre es das Blut der eigenen Zunge. Aber schließlich – wenn es darum geht, die Seinen und das Eigene zu schützen, muss man den Krieg führen. Besser, als zum Friedensalter zu marschieren, ist es, sich der Priesterschaft der Salier anzuschließen. Der Wagen des Mars kommt schneller zum Ziel als die Trage der Pazifexe.

 

* Baltasar Gracián, El Criticón. Teil III, 3. Krisis. »Rückblick auf Deutschland und die Deutschen«. Zit. n. »Das Kritikon«, Zürich 2001, S. 661

Narren-Angelas Aschergrabschnacht *

Was ist denn ist mit denen,
die Frauen als Schlampen verachten?
Alaaf! Flapst die Kanzlermadame,
nun sind sie halt da. Alaaf!

Aber was ist mit denen,
die Mädchen durch die Straßen jagen?
Amen, reinlassen, kanzelt die Narrenmadame,
Losse mer olle roi! Alaaf!

Und was ist denn mit denen,
die sich zu Banden sammeln, begrabschen,
an Taschen und Organen zu schaffen machen?
Mir doch egal, blafft die Narren-Angie,

Alaaf!
Alaaf!
Alaaf!

* 1.1.2016: Köln, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, Bielefeld, Frankfurt/Main, Nürnberg, Berlin, Dortmund, Ansbach, Weil, Dortmund … und fortlaufend weiter…

jahresvorschau in stoischer verfassung

der erste anschlag des jahres ist nur eine frage von tagen.

anderes stirbt über jahrzehnte. vielleicht morgen nacht
tropft reaktormetall in flüssige glut. stets bebt die erde,

dort fischen seuchen im trüben nach opfern, hier pflegen
todeskeime ihre Wartelisten in den Krankenhäusern.

man fragt sich, sich wie einige morden können, was ihnen
ihr liebstes sein sollte. warum? geht auf dauerschleife,

warum: das flugzeug, der fernzug, die fähre? warum
die lügen, die alle durchschauen? weil so die welt ist?

weil sie der mensch so sich hindreht? im rückblick
wird alles gewesen sein wie alle jahre. für vieles

fordert also rechenschaft. für verbrechen vergeltung.

 

Großer europäischer Verteilungsgesang

Der Ungar mag unsere Muslime nicht nehmen –
bloß wegen der paar Minarette!
Geh in dich, Magyare! Und geh dich mal schämen!
Der Deutsche ist schließlich der nette

Zuchtwart. Was dämmert euch Schweden und Dänen,
was Allah bei euch groß verschlimmert?
Jetzt staunt mal gefälligst, Slowenen, Rumänen,
wie toll sich der Hunne hier kümmert

für volle Flüchtlingszüge nach Polen.
Holt schon mal die Brüsseler Knute,
um die Kohle vom Polen zurück zu holen. . .
du, der Grünling ist halt der totale Gute.

Oh, Öhis und Ösis und Benefixluxer,
was äugt ihr so scheel zum Korane…
Marsch, Gleichschritt gen Mekka! Euch Bangebuxer
führt bald der Germanoosmane.

Ihr nennt ihn noch Němec, Ahoi, trutze Tschechen –
warum nicht Scharia – in Böhmen
kennt man sich wohl aus mit Fastenbrechen,
lasst Moldau und Moslems nur strömen,

denn Oldie-Europa braucht Jungjanitscharen,
die sich am Propheten beglücken –
seid lieb, liebe Griechen, vertragt euch, Bulgaren,
der Mehmet, der möchte euch drücken!

Weshalb will Madrid unsere Nafris nicht haben…
wen schleppt der Peppone gen Norden…?
Wenn die sich nicht rasch am Islam erlaben –
dann donnern mal gotischen Horden.

Schon drückt sich Great Albion vor Traumatisierten!
So what. Auch der Erbfreund im Westen
platzt wieder vor Neid. Weil wir Mitleid spürten!
Wir Fritzen sind schließlich die Besten!

Wer? Nicht mal die Saudis? Als Glaubensgenossen?
Die bauen hier lieber Moscheen?
Schickt Riad ne Wanne mit Wuchtgeschossen,
den Streich wird der Scheich schon verstehen.

Wann langt Uncle Sam zu? Wieviel will der Iwan?
Von denen ist gar nichts zu hören. . .
drum freuet euch, Deutsche! Und räumt euren Divan
den „Ärzten und Ingenieuren“.

Militanz der Mitte I – III

I

Ich will
die Militanz der Mitte !
Ich will
die Starken meines Landes,

und ihren Schneid
und ihre Bereitschaft,
Gesicht zu zeigen, denn Gesicht
kann man nur als das eigene zeigen.

Das ist der Kampfgeist
des guten Menschenverstandes,
denn er ist der Geist des gesunden Sachverstandes.

Dies gilt es: richtiges Handeln
entsteht aus dem Anstand rechter Gesittung
und nicht
aus dem Aufstand linker Gesinnung.

Die streitbereite Mitte will ich,
und ihre stiftende,
sinnerfrischende Strenge der Werte.
Sie spricht die Sprache,
die jetzt verstanden werden muss.


II

Die Sprache bin ich,
spricht die Militanz,
die man in diesem Land
verlernt hat zu sprechen,
und gebe mich als Stimme seiner Freiheit
zu verstehen.

Durch viele Städte bin ich gegangen
und habe gesehen:
Straßen, nicht mehr der Landessprache fähig,
in denen dieses Land sich nicht mehr als Land erkennt.
Das sind die Straßen der Fremdung
in denen das Land
selbst sein Gedankenversagen
schon nicht mehr erfasst.

Dort ist kein Verweilen in der Seinsvergessenheit derer,
denen Heimat nicht mehr Heimat bedeutet,
und die mit Heimsuchung und Heillosigkeit
die Grenzen des eigenen Landes verletzen,
weil ihnen Heim und Gesetz nichts mehr gelten.

Ich aber habe nicht vor, mit diesem Land zu zerfallen.
Sondern gehe den streitbaren Weg,
denn Streitbarkeit
die einzige Angemessenheit
für diese Zeit.


III

In den Tagen des Haders
habe ich verachten gelernt,
die Anmaßungen der Landeshasser –
die sich haben pressen lassen
in Argseligkeit und Selbstablehnung,
und kennen nichts anderes mehr als die Sprache der Niedertracht.

Mit denen treibe ich Spass und die gebe ich meinem Spott preis,
deren ganze Verfassung die Angst ist.
Also richte ich gegen sie meine Stimme,
denn die Stimme des Zurechtweisens
ist immer die Stimme der untrüglichen Ahnung,
die man Verdacht nennt,
und der begründeten Auffassung,
die man Verstand nennt.

Und keiner ihrer Sätze soll unwidersprochen bleiben,
und die Scheinhaftigkeit ihrer Sprache nicht, und ihre Falschheit
soll niemals unwiderlegt bleiben.

Denn das ist die Krankheit
der linken Gedankenverranntheit,
den Mangel an Selbst
dem Land zum Schaden werden zu lassen.

Ich meine:
Wer nicht im Reinen mit sich selbst ist,
der kommt mit keinem Land der Welt ins Reine.
Und wer sein Heil nicht in sich selber findet,
wird an keiner Gesellschaft der Welt heil.

Und das ist die eine Maßregelung
der das Urteil über sie fällt:
Man regiert einen Staat nicht
als ob einem fremd sei das eigene Land.

(…)

© Boris Preckwitz 2015

wir – das volk

dann aber setzen sich menschen in marsch.
in ihnen brennt eine helle flamme,
und sie werden sagen:

fragt nicht, was das land für euch tut,
und tut euch das land nicht an.
greift ein, wo der staat sich zuerst dient,
und diesem staat dient euch nicht an.
stellt klar, was wirklich zur wahl steht,
von nun an ist kampf programm,

denn der staat ist es nicht, der den plan hat,
und es braucht auch kein amt, das die macht hat.
gewalt, die uns frei macht, ist widerstandsrecht.

© Boris Preckwitz 2011
Dieses Gedicht erschien erstmals im Sommer 2011 in einem Poetry-Forum. Erstabdruck im Gedichtzyklus „wahnpalast“ von 2012.
Der Titel ist abgeleitet von den Deklarationen bürgerlicher Revolutionen:  „We the People“ (1787) und „Wir sind das Volk“ (1989).
Linke, die dieses Gedicht zunächst im eigenen Horizont verorteten, waren 2016 sehr überrascht zu erfahren, dass sich darin ein konservativer Widerstandsgedanke artikulierte. Man wird daher dieses Gedicht als ein paradigmatisches Zeugnis für die gesellschaftliche Entwicklung des 21. Jahrhunderts lesen dürfen. (B.P. 6.4.2016)

Man selbst bleiben (# Aristoteles)

Steht ein Land in guter Verfassung
und wird ihm nahe gelegt,
es solle sich ändern,
so kann die Veränderung nur
eine Veränderung zum Schlechteren sein:

schlechtere Bildung
schlechtere Löhne
schlechtere Arbeit
schlechteres Wissen
schlechteres Sprechen
schlechtere Presse
schlechterer Geldwert
schlechtere Städte
schlechtere Straßen
schlechteres Wohnen
schlechteres Volkswohl
schlechtere Grenzen
schlechtere Wehrpflicht
schlechtere Waffnung
schlechtere Einheit
schlechterer Rechtsschutz
schlechtere Freiheit
schlechte Verfassung.

Nicht der kleinste Anlass besteht
zu solchen Verschlechtänderungen.

Besser ist es,
ein gutes Land bleibt bei sich selbst.

 

 

SPD, beim Brunnenvergiften

Wir dürfen die Bedürfnisse der Bürger nicht
in den Wind schlagen – sagt wörtlich:
Wir pfeifen auf die Armleuchter im Schlafrock.

Wir werden die Bedenken der kleinen Leute
wieder ernst nehmen – lautet jetzt:
Sie sind eine Schande für Deutschland.

Wir wollen die Sorgen aus dem Volk nicht
übersehen – spricht sich nach dem Mund:
Alles nur braune Brandstifter, das Pack.

Wir kümmern uns um die Befürchtungen
der Menschen im Land – gefällt sich in:
Was kümmern die uns, die Wahnsinnigen.

 

Presselügner

Wer Teile der Wahrheit verschweigt, wer
schreibt dass etwas vorbei sei, das eben erst
am Anfang steht, wer Vermeintliches als
Beweis in den Mund schneidet, wer ferner
Parteilichkeit zur Meinung verschlagseitet,
wer falschen Eindruck erheischt, wer den
Anschein erweckt, nicht dabei gewesen zu
sein im Kreis der Schriftleiter, und danach
gehandelt zu haben, sei es vorauseilend oder
auf Weisung, wer seine Einflüsterer oder
Anteilseigner verschweigt, weiterhin seine
Beteiligung speichelnd vor Scheinheiligkeit
bestreitet, wer sich mit wohlfeilen Zeilen
gemein macht, wer seinen Beitrag bereits
bei der Dreharbeit als Verdreharbeit anlegt,
um die wahren Ereignisse zu verschleiern,
wer die Lüge einschleift, wer einpeitscht,
wer ihr Gegenteil als Gegner begreift, wer
sich in Bild und Schrift an der Wahrheit
vergreift, hat sich als Lügner zu begreifen.

Meineidsformel à la Merkel

Ich gelobe, meine Kraft
dem Schaden des deutschen Volkes
zu widmen, seine Verluste zu mehren,
Grenzen nicht länger zu schützen
und Übergriffe nicht mehr zu verhindern,
dazu Gesetze und Verträge zu verletzen,
weder Staatenrecht noch Rechtsstaat durchzusetzen,
der Unwahrheit nach bestem Ermessen zu dienen,
meine Pflichten zu vergessen
und keine Gerechtigkeit den Menschen
im Deutschland widerfahren zu lassen.
So wahr mir Europa helfe.


So gut, so übel

Und es mag am deutschen Wesen
Einmal noch die Welt genesen.“
(Emanuel Geibel, Deutschlands Beruf, 1861)

Jenen, die predigen,
Deutschland solle genesen
am Wesen der Welt, ist zu entgegnen,
dass auch Vermessenheit in Grün nicht bessert.

Wir sehen
das Gegenteil geschehen:

Deutschland wird elend
am Elend der Welt.

Vom Gang der Geschichte

Seit der Sozialismus verbreitet,
dass ein Gesetz der Geschichte
auf Seiten seiner Partei sei,
sind seine Staaten gescheitert.

Daraus sind Lehren zu ziehen:
Entweder kennt die Geschichte
jenes Gesetz nicht – oder es sieht
ihr Gesetz den Sozialismus nicht vor.

 

© Boris Preckwitz 2015

 

bunte vielfalt des verbrechens

frauenhandel      aus      der       vielfalt
drogenhandel      aus      der      vielfalt
falschaussage        aus     der     vielfalt
ladendiebstahl       aus      der    vielfalt
vergewaltigung       aus     der    vielfalt
strafvereitelung        aus    der   vielfalt
freiheitsberaubung    aus  der   vielfalt
urkundenfälschung   aus  der   vielfalt
wohnungseinbruch   aus   der  vielfalt
brandstiftung aus der vielfalt
raub aus der vielfalt
tot schlag
aus der
viel
f
a
l
t
e
h
r
e
n
mord
aus der vielfalt
hehlerei aus der vielfalt
geldwäsche  aus  der  vielfalt
körperverletzung  aus  der  vielfalt
fahrerflucht      aus        der         vielfalt
waffenbesitz        aus       der        vielfalt
rechtsbeugung      aus      der       vielfalt
schleuserbanden    aus      der     vielfalt
landfriedensbruch    aus    der    vielfalt
zeugenbelästigung     aus    der   vielfalt
kindesmisshandlung   aus  der   vielfalt
schutzgelderpressung  aus  der  vielfalt
organisiertes verbrechen aus der vielfalt

Militanz der Mitte IV

Am Vorabend stehen wir, wissend:
Zu geben ist nichts mehr auf all die Beschwichtigungen,
die falschen Vorhersagen, falschen Versprechen
in Jahren und Jahrzehnten der Lüge.  

Wer hat sich denn Wohlstand
                           zu Macht gemünzt?
Was habt denn ihr davon,
wenn der Staat wieder Zahlen druckt, 
                                    damit Banken an die Habenden verteilen?

Was für ein Wohlstandsversprechen ist es, 
wenn eure Habseligkeit
                      am Ende des Tages
                                       nur noch halb so viel wert ist!
Das wollen sie, das Land euch entwenden,
                                        euch das Land aus den Händen winden.
Denn es ist eure Zukunft, 
und die eurer Kinder,
                     die sie abschaffen
                                       für die Habenden von heute.
Das ist ihr Ziel,
dass ihr in Zweifel zieht
euren Widerstandsgeist, 
                       und dass ihr euch nicht mehr versteht
                           auf die Tugend des Ungehorsams.
Und darum 
erhebe ich meine Stimme mit euch,
                                 die ihr den Wert harter Arbeit kennt,
ihr, denen seit Jahr und Tag bekannt ist: 
Euer Lebtag wird
                nichts anderes mehr sein
                                        als ein einziger Kampf -
gebt in Geschlossenheit
einen Teil eurer Zeit
der Zukunft von Heimat und Land.

Stimmrecht

Es reicht nicht, die Welt zu kennen –
denn eine Partei dieses Landes
hat dessen Menschen zu kennen.

Es passt nicht, Europa zu wollen –
denn eine Partei dieses Landes
hat erst einmal Heimat zu wollen.

Es langzt nicht, Kanzler zu können –
denn eine Partei dieses Landes
hat Deutschland zu können.

 

 

diktaturen

der erste sprengt wahlen mit waffen
der zweite dient blind der partei
der dritte sieht nur seine arbeit
der vierte besichtigt die lager
der fünfte beschießt seine bürger
der sechste wechselt den namen
der siebte sagt so waren die befehle
der achte kann sich nicht erinnern
der neunte führt wieder den vorsitz
der zehnte predigt wir werden das schaffen

 

Sozen-Song

Sie machten aller Welt auf Pazifisten,
da brauchten Zar und Kaiser Geld für Krieg.
Um Arbeiter zum Abschuss aufzurüsten,
gewährten sie Kredit.

Sie standen stramm als deutsche Demokraten,
als Hitler antrat, duckten sie sich feig,
die Juden der Partei wurden verraten,
und niemand trat in Streik.

Ein deutscher Herbst – die RAF und Radikale,
Willi und Helmut standen ihren Mann.
Danach war Stand, dass ein für alle Male
nur Kohl noch Kanzler kann.

Die Mauer fiel, schon klangen Einheitsglocken,
da ritt ein Linksnapoleon die Partei:
ein Waterloo für seine roten Socken –
war ihm doch zweierlei.

Basta! Harzte Brioni-Blair am Stumpen,
in Belgrad brannten sich die Bomben ein.
Lass jucken, Joschka! Den Athener Lumpen
pump mal nen Euro-Schein.

Am Sonntag, wählt euch nicht mal jeder Vierte,
und ihr winkt durch wie eine Schlepperbande…
es führt dahin, wohin es immer führte…
seid ihr noch bei Verstand?

Und jetzt mal Klartext: Kann mal einer sagen,
warum versagt die Linke so gehäuft,
warum in allen deutschen Schicksalsfragen
der Soze irre läuft?

Wenn Rechts gefragt ist, stolpern sie zur Linken,
ist links gefragt, nach rechts. Und der Geschicht
Moral sagt: rückwarts fahren und vorwärts blinken
wird auch in Zukunft nichts.

© Boris Preckwitz 2014

Finsterlinke – Hass spricht links

HASS wie noch nie! Schrillt die Singschar der Linken,
SchwarzRotGold wird abgebrannt trillern Finsterlinge
von der Saar bis an die Neiße Bomben drauf und weg die
Scheiße singen die Sinistren vom Linksblock die Praxis
kriegt den letzten Schliff – Antifa heißt Luftangriff nie nie
nie wieder Deutschland klingen die Linkspimpfe – sterbt
sterbt, sterbt endlich aus bilden bekiffte Kinder auf Wink
von Altfinsterlinken die neuen Zellen des Eliminierens,
eure Kinder werden so wie wir eure Kinder werden alle
queer skandieren die Intersinistren Grenzen auf überall
bringt Europa jetzt zu Fall – dringt es ringsher aus der
Finsternis von Refugermany  Zwangsvergewaltigungen
gellen Internetlinks aus Liebe zum Volkstod und Feuer
und Flamme – Alerta Alerta – Deutschland in den Rücken
fallen zischt züngelt und zingelt die Finsterlinkspresse,
ob Ost, ob West nieder mit der Christenpest, jubiliert
die Sekte sinistrer Anarchisten zur Kirchenverfinsterung:
HASS HASS HASS – wir haben euch was mitgebracht –
HASS wie noch nie! verspritzt der Block in Schwarz.

 

operativer vorgang (Lingua Sinistri)

kurzer prozess. weil ich humanist bin“ (erich mielke)

singet den kadern und spielt das lied von zersetzung und hetze,
greift in die alte tschekistische leier, und wer überlebte,
zieh auf die saiten der rechthaberei. mal bitte bewegung

bei der ballade der elften brigade, der vers defiliere
mit leninschem geist und von stalin geschweißt der partei
erklinge harmonisch der antifaschistische schutzwall nach noten.

nur böse menschen, wisst ja, kennen keine lieder – das
nach allem was für die GETAN wurde, die fahne rot
als die herzen erwacht, und solche BANDITEN…wühler,

antragsteller sowas. lauter als deren kantaten erschalle der
kampfgesang der nomenklatura: preist zwang und die zellen
der angst, lobt anpassung, mangel und seelenabspaltung!

in höchsten tönen, GENOSSEN, im pakt der bruderorgane,
treulich der richtlinie: dichtung zum dienstgebrauch, verschwiemelte
komik als spiel im tarntext, chiffriert euch die phrasenstarre –

lang geübte reflexe, verdichten kalküle in lyrik, seid auge
und abzug: HASS ist die wahre seele der akte, zeigt auf
wer wer ist, wer wen kennt, wer was denkt, wer wo pennt,

geruchsprobe ho-horrido ins glas hier zum operativen kontakt
am feinde, na kompromate eben, schon klar, was gemeint ist –
den freunden bietet doch an, im urlaub die primeln zu gießen …

LÖBLICH, wenn in der handakte eure notate zischeln, kleinste
sprachschallfetzen liefern schon prost prost prösterchen
schönste befunde fürs nächste befragungsprogramm. da

sage noch einer, der sozjalismus hätte kein gold  in der kehle!
genossen, nicht wahr, bisschen lustig, RÜHRT euch, ein lied,
schön wie nie. also, ideologische diversion sofort liquidieren.

dürft schmettern den diensteinheiten der linie, singe wem
ehrenschleife gegeben, ja du mit der künstlerlegende,
und du an den sichtlochkarten des regimegebietes und

du per vergütungszuschlag nach besoldungsverordnung,
du für das weltreisevisum, mit interkontakten, du IM Feliks
am karteipaternoster, und du, denunziant anonymus:

jetzt zu der gitarre schlage, alle dreivier mit den roten spiegeln,
rein prophylaktisch kräfte zum schreiten bringen, zur strecke na
einbringen, dann soll auch hierbleiben, wenn man schon schießt,

ihr, die im land der ruinen ganz teil der zerrüttung, wo sich
widergeist regt, infiltriert mit der strikten gedankenmechanik
im dialektischen blickfeld. lagefilm ab fürs kollegium, sowie

zur realisierung spezifischer vorbeugungsKOMPLEXE einzu
setzen in die grundlagen der lageversetzung, feste front aus
schwild und schert im konfleks der VORbeugemaßvornahmen …

insofern stimmt an bei sofortiger zuführung der isolierungs
objekte, um das noch deutlicher zu sagen. und DARUM
ein horrido, DAMIT misston enttarnt den gedankenverrat.

Legende:
ballade der 11. brigade“  –  Lied von Ernst Busch aus den 1930er Jahren über die Internationale Brigade im Spanischen Bürgerkrieg.
aus leninschem geist“ –  Zitat aus  „Lied der Partei“ von Louis Fürnberg (1949)
die fahnen rot als die herzen entfacht“ – Zitat aus dem Lied „Die roten Spiegel“, Hymne des Stasi-Wachregimentes „Feliks Dzierzynski“
schön wie nie“- Zitat aus der Nationalhymne der DDR von Johannes R. Becher (1949)
bruderorgane, handakte, wer-ist-wer, ideologische diversion, karteipaternoster, regimegebiet, IM, lagefilm, isolierungsobjekte, u.a. –  Lingua Stasi des MfS
prost, prost“ – aus Lieblingsliedern Erich Mielkes (1907-2000), Minister für Staatssicherheit der DDR, sowie weitere Sprachfetzen aus seinen Reden vor Genossen und MfS-Mitarbeitern

Das Gedicht „operativer vorgang“ wurde erstveröffentlicht in:

Boris Preckwitz, „Kampfansage“, Lyrik Edition 2000/Allitera Verlag, München, 2013, S. 37 ff.
ISBN: 978-3-86906-588-5

Grüner Ungeist

Huschen Schwule durch die Schule,
– Schluss mit Mamapapamuff!
Sutsche will es das Gebuhle,
Buben kommt, wir spielen Puff!

Rund und bunt an grünen Rändern
da gehen sie Knaben gendern.

Tanzen Transen durch die Klasse,
– Na, wo kann der Riegel stecken?
Gleich gibt´s Schokoladenmasse,
Schampus, Saft und Sahne schlecken.

Rupfen Fummel von den Ständern –
so gehen sie Mädchen gendern.

Stürmen Queere auf die Bühnen:
– L-S-B-T-T-I-Q!
Sex nach Lehrplan! Und die Grünen –
flüstern wieder Kindern zu.

Mal wieder wollen sie die Welt verändern,
jetzt gehen sie vergewaltigendern.

Merkel muss weg

Wir schaffen das,
schwafelte die Kanzlermadame. Sie
hat es geschafft, das Land zu spalten, sie
hat es geschafft, einen Erdteil zu spalten.
Sie – und jene Geister, den sie rief –
haben hier nichts mehr
und gar nichts zu schaffen.

Wir jedenfalls
wollen mit ihr
nichts zu schaffen haben.

pink&silver

friede, freude, federboa,
luft und liebe für den schwanz,
auf den trucks tobt queer-samoa,
titten wippen sich in trance:

hü und husch im tanz.

im tütü der korybante,
winkt in pink und puschelglanz,
dieseldyke, die feiste tante,
wiegt und wieselt sich zur ranz,

hü und husch im tanz.

büfftätä, die bunten jecken,
clownarmee für toleranz –
zugedröhnte demo-zecken,
cross gedresster mummenschanz:

hü und husch im tanz.

Die antifaschistische Folklore der fdGo*

Was heißt hier Artwillen, komm nur, du
Antipimpf! Rumpel hier Streit, ich keil dich kalt.

Willst du hammersicheln, kriech erst mal zu Hakenkreuze.
Ich hau dir den Sozivergleich um die Ohren,
knallst du mir den Nazivergleich vor den Latz –
sicher, klag mich ruhig an, ich klag dich auch an.

Niemals den Panzerschreck gefaustet, was?
Aber den Gegenrassisten blitzen! Frontsozialist, du,
ja, blas nur Mondscheinsonate, ich werd dir Gomorrha spielen!
(Wird mal mächtig der Schrumpfgermanen entherrscht!)

Du setz mir den V-Mann ins Fell! Ich stopf dir den V-Mann ins Maul,
kannste gleich deinen Eintopfsonntag mit aufnorden!

* freiheitlich demokratische Grundordnung

Standortfrage

Es ist so eine Sache mit dem Standort.
Oft heißt es, das sei eine Standortfrage –
man dürfe dem Standort nicht schaden

Dass aber einer kein Dach habe
und manch andere derer drei,
das schade dem Standort schon nicht?

Und dass Menschen da Arbeit verlieren,
weil Menschen aus anderen Standorten kommen.
das sei nicht zum Schaden?

Wenn das die Standortfrage ist,
dann kann es nichts schaden,
dem Standort zu schaden.

Dann lautet die Antwort, den Standort
zu einem anderen Standort zu machen.

 

Spell gegen die Phrasenblase

Erste Kampfhandlung:
                    gegen die Japrahler –
       im Saale der Sonntagsreden,
                                  wo sitzverteilt
       der Schwarmschwachsinn
                             sich die Gewalt gibt.
Aus ihren Schallzentralen
                         protzt es: P.r.o.g.r.a.m.m. -
        (im Klartext,
                     frotzelt Brigade Blaumann:
        - die abgeranzte Kette
                              auf einem Kranz ohne Zahn.)
Geflachst wär noch harmlos !
                            Statt innerem Hader
den Handgriff ans Werk !
                       Es ist schon ein Kampf,
nicht maßlos zu werden
                      in der Verachtung,
da alles, was hochtrabt,
                        als Apparat des Versagens das Land narrt.
Weshalb denn
            Achtung haben
                         vor denen,
                                   die sich in Abrede stellen ?
Beschlossene Sache
                  ward ja
        die Selbstabschaffung
                             dem Pack im Plenartrakt !
Warum da nicht gleich:
Statt Bankster
              an der Bazooka –
                               die Leninisten mit Knarren ?
Von mir – kein Mandat
                     für die Fraktionen der Abnickdackel.
Was da nämlich prangt
                     am hohen Portal
                                    ist die tiefrote Zahl.
Jaschranzen - was ihr auch sagt,
                  es gelangt
                            in meine Schlagdistanz.
Wo immer ihr euch
                 zur Wahl stellt,
gelte die Stimme
                einer Partei der neuen Zeit.
Denn:
     ganz das Gegenteil von Freiheit
                                    ist der Staat.
                  Das halte ich
                schon auseinander:
Nicht Staat ist mir Heimat,
                           Heimat ist mir mein Land,
ist mir die Seelenlandschaft,
                             weit mehr
                                      als Verfassung: Deutschland
                           : Heimstatt
                           : Herzland
Werkstatt des Willens,
                      so vieler Menschenleben
Lebenswerk aller Zeiten,
                        das ich mir zu eigen mache,
bist mir der freie Geist,
                         im Seinsgrund der Sprache,
und jetzt
         in die Wege zu leiten.
Steht doch der Tag
                  schon hoch in der Reife
                                         zur Propaganda der Tat -
        dass Schlagkraft gestalte
                                 die Sichel zum Speerblatt,
und in der Furche des Feuers
                            sich rüste:
                                       Pflugschar zu Schwert.

Erstveröffentlicht in:

Boris Preckwitz, „Kampfansage“, Lyrikedition 2000/Allitera Verlag, München, 2013, S. 12-15
ISBN: 978-3-86906-588-5

Blickwechsel

Der Blick aus der Gegenwart
darf nicht dazu führen,
die Vergangenheit fehl zu deuten.

Der Blick auf die Vergangenheit
darf nie dazu führen,
die Gegenwart zu verkennen.

wort des jahres

kein wort
ist ein unwort.
ein unwort wäre ein wort,
das in der sprache nicht vorkommt.

selbst das wort unwort
ist ja ein wort.

wer worte natürlicher sprache
verunworten will,
redet der verdummung das wort.

 

Entmachtet die Laschen

Seht euch die Satten doch an:
Was haben sie jemals erschaffen
in ihrem dumpfen Verharren?

Wann sind die Laschen jemals etwas anderes
als Angepasste gewesen?
Wann haben je die Schlaffen
sich aufgerafft
aus ihrer Laschgeistigkeit und Gedankenschlaffheit.

Aber zu wagen,
das ist der Satten Sache nicht.

Verachtet die Bangen,
die sich Tag für Tag nach Maßgabe ihrer Sklavenmoral
von Angst zu Angst fallen lassen,
denn es ist immer der Bange,
der eine Schar von Bangen um sich versammelt.

Aber Starke,
die treten hervor aus dem Schatten des Starken!
Ich will eine Heimat der Starken,
statt eines Staatenverbandes von Schwachen.

Verlacht die Bangen!
Verachtet die Satten!
Entmachtet die Laschen!

 

Kopflos

Wenn jemand wegen des Islam
Bedenken habe, pampte die Kanzlermadame,
soll er doch in die Kirche gehen.

So eine soll auch mal verlautbart haben,
wenn es dem Volk an Brot mangelt,
soll es doch Kuchen essen.

Sachbezug nach Richtlinie 12.1

„In der Berichterstattung über Straftaten
wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen
oder Täter zu religiösen, ethnischen oder
andere Minderheiten nur dann erwähnt,
wenn für das Verständnis des berichteten
Vorgangs ein begründbarer Sachbezug
besteht.“
– Pressekodex des Deutschen Presserates

Vielsagen klingt jetzt das Schweigen,
seit wir gelernt haben, es zu verstehen.

Wird also keine Herkunft angegeben,
erscheint sie wohl zwischen den Zeilen.

Sofern auch kein Name genannt wird,
kann man nur ahnen, wem er im Gesicht steht.

Wie auch das verhehlte Bekenntnis nahe legt,
in welchem Buch der Sachbezug besteht.

Womöglich ist grundsätzlich Argwohn zu hegen
vom nicht Berichteten eines Verbrechens.

Spendiergriechen

Den Banken, denen stopft man die Kasse! –
rast der Syntagmaplatz.
Aber wie das, wem hatten die Banken
das Geld denn vorgestreckt?

Dem Staat! Alles hat der verprasst –
klagt der Syntagmaplatz.
Ja, kann das angehen? In wessen Taschen
hat denn der Staat gewirtschaftet?

An all die Staatsdiener, da ist der Zaster,
barmt der Syntagmaplatz.
Aber wer denn nur, sagt doch
wer dient denn dem Staat hier?

Na wir natürlich,
gnatzen die Griechen.

 

hiobsbotschaften aus palästina

sie kamen und nahmen seine rinder
und nahmen ihm pflanzen und saat

sie kamen und nahmen sein gesinde
und stahlen ihm haine und land

sie brachten ihm um seine kinder
und nahmen ihm straße und stadt

sie kamen und nahmen sein wasser
und ließen ihm asche und grind

sie kamen und ließen verschwinden
und hiob starb alt und lebenssatt

Grenzen setzen

Wie es angemessen ist, dem Menschen
Grenzen zu setzen –

wie es schicklich ist, in der Gesellschaft
Grenzen zu setzen –

wie es notwendig ist für Recht und Gesetz
Grenzen zu setzen –

ist es geboten für ein Land, nach außen
Grenzen zu setzen.

Ein Land, das keine Grenzen setzt,
erfährt die Verbrechen der Welt.

bourgeoise algorithmen

sie prokeln verbissen an luxusprofilen,
von selbstbesorgtheit die pixel entstellt,
und pimpen sich exoskelette zu stilen,
und pflegen ein sexleben gegen entgelt.

ihr schwarm – ab ins netz des konformen,
die nutzer – artikel im clicksortiment,
und lassen sich listen und lassen sich normen.
der mensch? ist des menschen konsument.

Nicht ihr Land

… dann sei das nicht ihr Land,
haspelte die Kanzlermadame,
nachdem sie wenig anderes getan,
als Schaden
auf das Land zu laden.

Dann also. Sagen wir ihr
und all den anderen Schlafwandlern
wie wir unser Land nicht haben wollen!

Nicht länger mehr:
gefangen im Zeitraffer von Staatsversagen Verfassungsversagen Verwaltungsversagen,
abgewirtschaftet von beamtischen Linksanpassern erkennbar an ihrem Tatterich der öffentlichen Hand,
während Beschaffungssippschaften Straftat um Straftat und Straftat den Raum bemessen, in dem der Rechtsstaat sich abschafft.

Kein weiteres Jahr mehr:
berannt von Migranten fremder Landmassen, Wanderscharen auf Wanderscharen, anrennend mit Gewalt in den Köpfen und Wahngedanken aufgeklaubt aus den Staubfahnen vergangener Jahrhunderte.

So nicht:
befallen von Illegalen und Infiltranten und parteigebundenen Landesabschaffern als parlamentarischem Arm der Schleuserbanden und auch das nicht mehr – belagert von Hirnverbrannten im Namen Allahs, aufmarschierend aus im-Namen-Allahs-gescheiterten Staaten. Und erst recht nicht mehr ver-nsa-wanzt bis in den letzten Speicherplatz, während die Kanzlermadame gerade Neuland vor sich glaubt. Und keinen Tag länger: von morgens bis abends betrugschwatzt von den Schranzen in Verlagen und Landesanstalten.

Es soll so nicht sein: Dass der eigene Staat sich in Grenzland verwandelt und ein neuer Grenzlandkampf gleich am Eingang der Straße beginnt!

Darum, jener Kanzlerin,
die nicht unsere Kanzlerin ist,
und all den anderen Genannten ist hier zu sagen:

Dieses Land
ist
nicht ihr Land.

asylzerruettung

a s y l d r u e c k e r a s y l h e i m s e r a s y l
s c h l e u s e r a s y l  z e r s e t z e r  a s y l u
n t e r w a n d e r e r a s y l b l u f f e r a s y l
z i n k e r a s y l l u e g n e r a s y l r e  c h t s
b e u g e r a s y l e n t l e e r e r a s y l t r i c k
s e r a s y l p r o z e s s i e r e r a s y l a u s s i
t z e r a s y l f o r d e r e r a s y l a u s h o   h l
e r a s y l a b g r e i f e r a s y l n e p p e r a s y
l e r s c h l e i c h e r   s y l k l a e g e r a s y l f
e l s c h   r a s y l s c h l e p p e r a s y l a b t a
u c h e r a s y l s t o e r e r a s y l s t r e u n e r
s  y l n o e t i g e r a s y l a b n i  c  k e r a s y l
b   s e i t i g e r a s y l p r e s s e r   a s  l s c h r
o e p f e r   s y l k l e m m   r a s y l a b s t a u b
r   s y l b e l e s t i g   r a s y l   n t s o r g e r a s
y l p r e l    r   s y l b e s c h   d i g e r   s y l s   c
k e r e r   s y l h e i s c h   r a s y l m i t n e h m
e r a s y l k u p p l     s y l s c h i n d e r   l h a u
s i e r    s y   f l e d d e   r   e r a s y l b   m a e c
i g e r a s y l v   r w u e s t   r a s y l e n t    w u
e r d i g e r   s   l m i   t l a   r a s y l  e r  u  tt  r

feminihilismus

wir haben abgetrieben,
gifteten
die freundinnen des fötentötens.

wir haben die erde von unseren kindern
nur geborgt,
brüsten sich kinderlose.

ihre bäuche gehören dem tod.
ihre zellen
bringen sie unter die erde.

Afrikas Schande

Die ersten,
die Menschenjagd machten auf Schwarze,
waren die Schwarzen.
Und das sind des schwarzen Mannes
Namen der Schande:

Amin, Eyadéma,
Kagame, Obiang,
Mugabe, Nguema,
Mengistu Mariam –

Kontinent des koranischen Terrors !
Kontinent des roten Terrors !
Kontinent der Killerschwadronen und Kindersoldaten !
Und das ist nicht die Schande
des weißen Mannes –

Barre, Hastings Banda,
Charles Taylor, Touré,
Bokassa, Kaunda,
Bashir, Traoré,

Und immer noch Steinzeit.
Und immer noch keine Einsicht in eigenes Versagen,
auf dem Erdteil der Kader und Clans,
auf dem Erdteil der Zwangherrschaften
von Folterknechten und Schlächtern –

Afewerki, Biya,
Habré, Sese Seko,
Déby, Babangida,
Abubakr Shekau –

Und immer noch Schwarze sind es,
die immer noch Schwarze
verjagen, vergewaltigen, zerhacken,
und das ist das Elend Afrikas,
seine eigene Schande ist das.

Sozialislamismus

der islamismus
habe ja nichts zu tun
mit dem islam.

der hassprediger
habe gar nichts zu tun
mit dem hass.

der halsabschneider
habe nichts zu tun
mit dem halsabschneider.

er habe wohl nur gerade
nichts anderes zu tun.

 

 

© Boris Preckwitz 2015

Diversity Management

Die Assyrer, gefürchtet
für ihr Vernichtungswerk
an Städten und Menschen,
siedelten Stämme um, wohl wissend
dass Zwang den Widerstand bricht.

Die Kommunisten, berüchtigt
für ihre Hinrichtungen
von Bürgern und Bauern,
schufen Verbannungsgebiete, bekanntlich
macht Zersplitterung gefügig.

Der Kapitalismus, darin geübt
das Aufbegehren des Menschen
gegen sein Inneres zu wenden,
will zur Vielfalt verpflichten, schließlich:
Entfremdete sind mit sich selbst zerrüttet.

Linke

Mit Mandaten kam das Alter,
auf Raten kam die Umgangsform.
Herr Radler wurde Fahrzeughalter
und hielt sich an die Abgasnorm.

Anfangs? Noch mit Volkes Klappe!
Ach, die Zeiten legten leise
Schweigen auf die Lebensschlappe –
Weltgeist wird auch altersweise.

Aber unter den Manieren
knurrt noch der Kommunardenfott:
Utopie, auf morschen Vieren
vorwärts im Oktobertrott!

Hinauf zum Kehricht der Geschichte
tanzt der Totenvolkskongress –
Gevatter Karl, mit menschlichem Gesichte,
klappert den Takt zur Polonaise:

Erhebt euch, Helden der Programme,
rot schwillt alle Theorie
im Fahnenwald zum Hahnenkamme
samt Klassenkropf und Kikriki!

Wieviel Murks, auf Flucht und Suche,
habt ihr übers Herz gebracht?
Dialektik schlug zu Buche –
Deckel druff. Und Schicht im Schacht.

 

Eine Replik auf Heinrich Heines Gedicht „Doktrin“, das 1844 in der Zeitschrift „Vorwärts“ erschien.

„Linke“ ist erstveröffentlicht in:
Boris Preckwitz, szene.leben – poems und Performance, Passagen Verlag, Wien, 2009, S. 64
ISBN: 978-3-85165-907-8

Daueralarm

Also das ist mit uns nicht zu machen!

Baut Barrikaden –
trommelt das Jammerkartell zusammen!
VIVAT das große Gegrabsche,
das sich Gesellschaft nennt.

Also das ist mit uns nicht zu machen!

Wahrlich, im Musterland des Handaufhaltens,
wo der soziale Friede die Torwand abgibt,
dass passend zur Sonntagsfrage
irgendein Schwalbenkasper
den Speck nach der Schwarte bolzt,

und Programmatschiks ihre Lebenslügen noch
und nöcher tief in den Fressnapf lallen,
und machen einander
den ewig glasigen Blick nach –
na bitte, wer halbwegs noch kann,
sieht den Handlungsbedarf gleich mal doppelt
im Vollrausch des Vorruhestandes –

denn das ist an der Tagesordnung:
dass der Griff in die Taschen des Nachbarn
den Segen der Wilhelmstraße genießt –
na wer wohl!
Weil schließlich doch alle nichts anderes wollen,
als was ihnen zusteht.
Was immer das sein mag!

Hasma ´ne Milliarde?

Während sich alles ans Füllhorn ranschmeißt
und die Beschenkten mit ganz frischem Stoff
ihren psychosozialen Verfall betreiben,
während landunter landab
die altneuen Seilschaften
klammheimlich hoffen,
dass der Abschwung auch ja bloß
direkt bei den Menschen ankommt,
jachtern Kassandren durchs Abendprogramm
und verwandeln es hasterklabaster
in eine Beschaffungsmaßnahme
für Schwarzmalerei, na also,
geht doch, die diagnostische Rasterfahndung.

Höchste Zeit für den Dreh am Daueralarm!

Denn das ist Programm:
hier in der Bonusrepublik, hier im Museum der modernen Totschlagsargumente,
wo sich die Entmündigungszunft
immer neue Bedürftige züchtet,
und die seit Jahrzehnten
die Dampfkeulen schwingen,
in schaler Debattenluft
Nachtrag um Nachtrag beschließen zur Lage der zugepumpten Nation,
lassen mal wieder, abrakadabra,
gar mächtig Reförmchen rieseln,
weil schließlich noch jedes Abzockbrosam
seine dankbaren Abnehmer findet,
weil ja eh schon das Land
nichts weiter mehr ist als ein Schuldenstand,
wo Demokratie soviel heißt wie:
die Nazis könnten´s wohl auch nicht besser.

Und was ist denn nicht faul im Staate Schilda?

Wo der nach dem Haken geschnappt hat
verlangt, dass auch alle anderen anbeißen sollen,
gefälligst, hierzulande, wo es sich immer noch
am besten mit der Kalkleiste im Kopp regiert,

wer will sich noch dazu bequemen,
die Risiken des eigenen Lebens zu tragen,
wo die Verdienste zukunftsweisenden Versagens
seit je nach vollen Bezügen schreien –
weil da auch noch dies, das und jenes
geregelt sein muss, kann und werden wird,

in diesem Land, selbstfremd und abgebrannt,
mit dessen Verstand
es nicht mehr weit her ist.

(2008)

Erstveröffentlicht in:
Boris Preckwitz, szene.leben – poems und Performance, Passagen Verlag, Wien, 2009, S. 65 ff.
ISBN: 978-3-85165-907-8

Spindoctor

Hochkant die Stadt im harten Licht
Berlin: vom Krisendeal zum Zielgefühl auf Zukunft projektiert,
die von sich Reden schwingt in den Etats
der mittleren Executives in dieser Neuen Mitte: der Lobbies und Lounges
wirkt Geld gewünschte Wirklichkeit,
und es gilt das gesprochene Wort, lanciert mit dem Siegel
gezielter Indiskretion auf Hearings in Hinterzimmern
und frisch verspiegelten Suiten der alten Eliten –
gerät man seinesgleichen in den Blick,
selbst Mittler unter Mittelsmännern, den Knoten der Krawatte straff
am Haifischkragen ausgerichtet und berichterstattet
den offiziellen Wortlaut diesem Staat in mittleren Jahren,
da kommt es sich selbst zu Ohren, Wort nach Maß, frisch aus der Maske,
in Dienstlimousinen hinter den Linden erscheint es
kurz eingeblendet
über dem Drive-In der Demokratie,
bevor es als Ehrenwort an Eides statt die Strippen zieht
in den Artikeln der Gesinnungspresse, sinngemäß,
oder besser noch zwischen den Zeilen, weiß es sich
reuig im Recht, denn alles was zählt ist
das Mittelmaß, so will es das Schlagwort, wenn es
das gestern Gesagte aus dem Gedächtnis löscht,
denn unter den Hand:
die vierte Gewalt
ist die Straße.

2000-2003

Erstveröffentlicht: Lyrik von JETZT, DuMont Verlag, Köln, 2003, S. 198

Zeitigung

Vor Jahrtausenden gefertigt
wurden die Horte und Klingen,
die wir aus unserer Erde bergen.

Und noch in Tausenden Jahren
werden zu orten sein die Geschosse
und Bomben der Kriege in unserem Boden.

So lange Schwert und Stahl
bestehen, soll auch das Land
meine Worte tragen und sagen.

schwarzekunst

tiegel blinken pegel sinken
wohin weist der teufelsschweif
zauberspruch ist aufgerufen
never catch a falling knife

diagramm zu diamanten
wer gibt frisches kapital
pack kriegt einen nachschub ratten
tanzen soll der hexenball

alle pakte und kontrakte
solve ut coagula
aktienbasket assetklasse
suchen ihren morningstar

flüssige kristalle flackern
aus dem athanor der gier
wer gewinnen will der hörnt sich
auf die stirn das große tier

bullenblut in rotem sulphur
lasset satans samen kochen
bis der wurf von seinesgleichen
aus dem destillat gekrochen

schmelze will noch restrendite
aus dem x-ten chromosomen
kerzenchart wirft schwarze schatten
fixing für ein böses omen

 

„schwarzekunst“ ist erstveröffentlicht in:
Boris Preckwitz, szene.leben – poems und Performance, Passagen Verlag, Wien, 2009, S. 70
ISBN: 978-3-85165-907-8